Szene aus der Choreografie „Minus 16“ von Ohad Naharin Foto: Regina Brocke

Hofesh Shechter und Sharon Eyal katapultierten den Tanz zu hämmerndem Technosound, dessen Lautstärke sich keiner entziehen kann, in eine Gegenwart der Gegensätze, wo Raserei und Schockstarre, Liebes- und Kriegserklärung sich abwechseln, schreibt unsere Redakteurin Andrea Kachelrieß in ihrer Nachtkritik.

Stuttgart - Kleines Land, große Spannungen: Was man von Israel lernen kann, zeigt das Festival „Colours“ zum Auftakt am Donnerstag im rappelvollen Theaterhaus. „Mega Israel“ heißt der Abend, der auch eine Hommage ist an Ohad Naharin, den kreativen Kopf der Batsheva Dance Company. Mit „Minus 16“ machte er 1999 seine Arbeit in Tel Aviv zum Fest – und genauso bringt das Ensemble von Gauthier Dance diesen Dauerbrenner auf die Bühne: ewigjung, mit explosiven Ausbrüchen, mit außergewöhnlicher Beweglichkeit – und als Liebeserklärung an ein erstaunliches Publikum, das den Tänzern am Ende die Show stehlen darf.

Verstörende Intensität

Mit Hofesh Shechter und Sharon Eyal eröffneten zwei ehemalige Tänzer Ohad Naharins den Abend und katapultierten den Tanz zu hämmerndem Technosound, dessen Lautstärke sich keiner entziehen kann, in eine Gegenwart der Gegensätze, wo Raserei und Schockstarre, Liebes- und Kriegserklärung sich abwechseln. Sowohl in Shechters aggressivem Männerstück „Uprising“ als auch in Eyals auf der Stelle tänzelnder Damenshow „Killer Pig“ geht es dem Tanz nicht mehr um schöne Schrittfolgen, sondern um eine verstörende Intensität.

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