Erster Eindruck von Axel Ranischs „Die Liebe zu drei Orangen“ Was ein „Tatort“-Regisseur an der Staatsoper Stuttgart bietet

Von Susanne Benda 

Der Filmregisseur Axel Ranisch hat in Stuttgart seine fünfte Oper inszeniert. Prokofjews satirische Oper „Die Liebe zu drei Orangen“ ist bei ihm ein intelligenter Spaß, und auch musikalisch gerät die Premiere erstklassig.

Stuttgart - Lustig ist viel schwieriger als traurig, aber dem Regisseur Axel Ranisch ist am Sonntagabend in der Staatsoper die Inszenierung einer bissigen Komödie glänzend gelungen. Rahmen und visuelle Inspirationsquelle der Neuinszenierung von Prokofjews Oper „Die Liebe zu drei Orangen“ von 1921 ist bei ihm ein grob verpixeltes Computerspiel aus den 1990er Jahren, in dem böse und gute Kräfte um die Macht und andere um die Liebe und das Lachen ringen. Der Abend ist intelligent, kurzweilig, unterhaltsam und sehr bunt – auch dank fantasievoller Kostüme und Bilder. Außerdem führt Alejo Pérez das Staatsorchester zu einer angemessenen Prägnanz und (Blech-)Strahlkraft, der Staatsopernchor streitet auch stimmlich wirkungsvoll um die Vorherrschaft von Komik oder Tragik auf der Bühne, und unter den sehr gut besetzten Solisten glänzen vor allem Elmar Gilbertsson als heldentenoraler Prinz, Daniel Kluge als Truffaldino, Johannes Kammler als Pantalone und Esther Dierkes als Ninetta. Das Publikum begeistert sich und bekommt am Ausgang eine Orange geschenkt.

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