Teodor Currentzis Foto: SWR/Matthias Creutziger

Im ausverkauftem Stuttgarter Beethovensaal hat Teodor Currentzis am Donnerstagabend mit dem SWR-Symphonieorchester Gustav Mahlers neunte Sinfonie aufgeführt

Stuttgart - Drei Sätze lang hat sich Teodor Currentzis in Gustav Mahlers neunte Sinfonie hinein gebohrt, hat am Pult seines SWR-Symphonieorchesters die zerfallenden musikalischen Partikel des ersten Satzes zusammengefegt, hat dem zweiten Satz teuflische Fratzen, dem dritten grelle Überzeichnungen abgerungen. Ganz bei sich ist der Chefdirigent aber vor allem im Finale: Da errichtet er aus einfachstem Material eine überwältigende Klang-Architektur – und hält auf so spannende Weise die weit gesponnenen Bögen zumal der Streicher zusammen, dass es dem Publikum schier den Atem verschlägt. Dass der Großteil der Zuschauer den inoffiziellen zweiten Programmteil nicht mehr miterleben wollen, ist allerdings schade: Dort führen nämlich zwei Geiger des Orchesters mithilfe von Luigi Nonos „Hay que caminar sonando“ Mahlers Neunte in die Region, auf die sie sich deutlich hin bewegt: zur Neuen Musik.

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