Stehen wegen einer Sicherheitslücke in der Kritik: Whatsapp und der Mutterkonzern Facebook sollen verschlüsselte Nachrichten mitlesen können. Foto: dpa-Zentralbild

Ein Sicherheitsforscher hat eine Hintertür in Whatsapp entdeckt, die es dem Mutterkonzern Facebook erlaubt, alle Nachrichten der Whatsapp-Nutzer zu lesen. Facebook hatte immer behauptet, dass dies unmöglich sei.

Stuttgart - Wie die britische Zeitung „Guardian“ berichtet, besteht diese Hintertür seit mindestens April 2016. Facebook hatte bislang behauptet, dass nur die Nutzer selbst Whatsapp-Nachrichten entschlüsseln können. Ein Sicherheitsforscher der Berkeley-Universität in Kalifornien behauptet nun im Gegenzug, dass eben genau das nicht stimmt. Er selbst habe einen Weg gefunden, der es Whatsapp erlaube, verschlüsselte Nachrichten zu entschlüsseln – ohne, dass der Nutzer etwas davon mitbekommt.

Die Verschlüsselung beruht auf einer Technologie, mit der die Nutzer untereinander Schlüssel austauschen. Damit werden die Nachrichten für alle anderen unlesbar gemacht, außer eben für Sender und Empfänger. Whatsapp erklärt auf seiner Homepage: „Schutz der Privatsphäre und Sicherheit sind in unseren Genen“. Die Verschlüsselung stelle sicher, dass „nur du und die Person, mit der du kommuniziert, lesen kann, was gesendet wurde, und niemand dazwischen, nicht einmal Whatsapp“. Laut dem auf the.guardian.com zitierten Forscher Tobias Boelter kann Facebook als Mutterkonzern von Whatsapp aber beliebig neue Schlüssel erzeugen, ohne dass Nutzer dies merken. Somit könne Facebook alles mitlesen.

Tipps und Tricks für Whatsapp.

Gegenüber dem Guardian sagt der Sicherheitsforscher: „Wenn Whatsapp von einer Regierungsbehöde nach Inhalten der Chats gefragt wird, kann es durch einen Schlüsseltausch den Behörden Zugang dazu geben.“ Der Sicherheitsforscher habe das Problem bereits im April 2016 an Facebook gemeldet. Als Antwort habe er bekommen, dass dies „gewolltes Verhalten“ der App sei. Bedeutet also, dass Facebook keinen Grund zum Handeln sieht.

Der Nachrichtendienst Whatsapp war bereits durch die Weitergabe der Telefonnummern an Facebook aufgefallen.

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