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Für den Schulerfolg ihrer Kinder greifen die Eltern im Südwesten besonders tief in die Tasche. Mit 131 Euro pro Schüler und Jahr liegt Baden-Württemberg ganz vorn.

Gütersloh - Für den Schulerfolg ihrer Kinder greifen die Eltern im Südwesten besonders tief in die Tasche. Mit 131 Euro pro Schüler und Jahr liegt Baden-Württemberg laut einer Studie der Gütersloher Bertelsmann Stiftung zusammen mit Hamburg auf Platz eins aller Bundesländer. Der Durchschnitt in ganz Deutschland liegt bei 108 Euro. Die private Nachhilfe beginnt wegen der Einteilung für weiterführende Schulen sehr früh: Fast jeder fünfte Viertklässler bekommt bezahlte Deutsch-Nachhilfe, jeder Sechste erhält Zusatzunterricht in Mathematik, wie aus der am Donnerstag veröffentlichten Untersuchung hervorgeht.

Die Autoren der Studie, Klaus und Annemarie Klemm, schätzen, dass rund 180.000 der 1,2 Millionen Schüler im Südwesten Nachhilfe bekommen und dafür zwischen 161 Millionen und 250 Millionen Euro ausgegeben werden. Diese Bandbreite ergebe sich aus der schwierigen Datenlage. Bei der Höchstschätzung ergeben sich sogar 204 Euro Nachhilfeausgaben pro Schüler und Jahr in Baden-Württemberg.

Die SPD-Opposition sieht in der Studie einen weiteren Beleg für ihre Kritik an der Bildungspolitik der CDU/FDP-Landesregierung. "Die Eltern trauen dem Schulsystem offensichtlich nicht zu, dass ihre Kinder bestmöglich individuell gefördert werden", erklärte der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Frank Mentrup.

Ähnlich argumentieren auch die beiden Forscher. Sie kritisieren, dass vor allem Kinder aus wohlhabenden Familien diese außerschulischen Förderung bekämen. Auch längeres gemeinsames Lernen, mehr Ganztagsschulen und weniger Sitzenbleiber könnten zu mehr Chancengerechtigkeit in der Bildung beitragen.

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