Mit ForstBW wurde das erstes Landesunternehmen nach den Vorgaben der Gemeinwohl-Ökonomie zertifiziert. Nach dem Willen der Südwest-Grünen sollen weitere folgen.
Stuttgart - Nach dem Willen der Grünen sollen noch mehr landeseigene Firmen eine Bilanz über ihre Gemeinwohltätigkeit erstellen. „Wir Grüne wollen in der kommenden Legislaturperiode das Modell Gemeinwohlbilanz auf weitere landeseigene Unternehmen ausweiten“, sagte die finanzpolitische Sprecherin Thekla Walker unserer Zeitung. „Es ist wichtig, dass das Land beispielhaft vorangeht.“ In unserer neuen Serie „Nachhaltig wirtschaften“ gehen wir der Frage nach, was hinter dieser Worthülse steckt und wie sich Verbraucher und Firmen wandeln müssen.
Vergangene Woche hat ForstBW als erstes landeseigenes Unternehmen ein Zertifikat nach Gemeinwohl-Ökonomie erhalten. Dafür muss das Unternehmen bestimmte Vorgaben in Sachen Menschenwürde, Solidarität, Gerechtigkeit, ökologischer Nachhaltigkeit, Transparenz und Mitbestimmung erfüllen. Die Themen hat die bürgerschaftliche Bewegung der Gemeinwohl-Ökonomie e.V. definiert. Die Politik müsste nach Einschätzung von Walker aber noch stärkere Anreize setzen: Sie könnte die Rahmenbedingungen des Wirtschaftens so gestalten, „dass der Beitrag zum Gemeinwohl begünstigt und belohnt wird – etwa durch rechtliche Vorteile bei Steuern, Krediten und öffentlichen Aufträgen oder in internationalen Handelsbeziehungen. Für die ökologische Modernisierung brauchen wir neben technischen Innovationen auch soziale Innovationen.“
Stärkere Anreize durch Steuervorteile?
Das Land bemüht sich auch an anderer Stelle um Nachhaltigkeit. So hat Baden-Württemberg bereits das Aktienportfolio des kompletten Pensionsvermögens für Landesbeamte auf nachhaltige Anlagekriterien umgestellt. Außerdem hat das Land die sogenannte WIN-Charta entwickelt, die sich an EU-Vorgaben orientiert. Mit ihrer Hilfe können kleinere und mittlere Unternehmen ökonomische, ökologische und soziale Verantwortung dokumentieren.