An diesem Sonntag spielt die Flötistin Johanna Dömötör mit dem Stuttgarter Kammerorchester Werke von Filmmusik-Komponisten.
Das Stuttgarter Kammerorchester hat gemeinsam mit Johanna Dömötör und mit Meesun Hong Coleman als Konzertmeisterin eine CD aufgenommen. Teile davon sind an diesem Sonntag im Stuttgarter Mozartsaal zu hören.
Frau Dömötör, Ihre Eltern sind Ungarn, Sie sind in Deutschland geboren und aufgewachsen, leben und unterrichten jetzt aber in Österreich. Wo fühlen Sie sich zu Hause?
In allen drei Ländern. Am besten trifft man’s wohl, wenn man mich als ungarisch-deutsche Flötistin bezeichnet.
Mozart hat Ihr Instrument nicht gemocht. Wie und warum sind Sie zur Flöte gekommen?
Den Ausschlag gab ein Konzert, in das mich meine Eltern als Fünf- oder Sechsjährige mitgenommen hatte. Die Flötistin Irena Grafenauer trug da ein rotes Kleid, das mich faszinierte (lacht). Außerdem hat sie das Flötenkonzert von Saverio Mercadante gespielt, und den letzten Satz fand ich einfach umwerfend. Es gab aber auch eine familiäre Vorbelastung: Mein Cousin spielte Flöte, meine beiden Schwestern ebenfalls.
Am Sonntag spielen Sie das Flötenkonzert des britischen Komponisten Malcolm Arnold. Was ist das für ein Stück?
Es ist kurz und knackig, liegt für die Flöte sehr gut, macht richtig viel Laune, und es passt zum Rest des Abends, an dem das Stuttgarter Kammerorchester, die Geigerin Meesun Hong Coleman als Konzertmeisterin und ich Teile der CD mit Werken von Filmmusikkomponisten vorstellen, die wir gerade aufgenommen haben. Darunter sind auch Bernhard Herrmanns „Psycho“-Suite und ein Arrangement von Schostakowitschs fünf kleinen Stücken, ursprünglich für zwei Violinen und Klavier, für Violine, Flöte und Streichorchester – simpel, aber tiefgründig.
Spielen Sie eigentlich auch Traversflöte?
Nein, noch nicht. Aber das will ich unbedingt noch lernen. Mein Herz schlägt sehr für die Barockmusik.
Johanna Dömötör und das Stuttgarter Kammerorchester: So, 19.30 Uhr, Mozartsaal.