Arbeitet an der Schnittstelle von Tanz und Kunst: Eva Baumann Foto: Eva Baumann

Die Choreografin und Tänzerin Eva Baumann begibt sich mit einer Performance auf die Spuren von Oskar Schlemmer.

Frau Baumann, was macht Oskar Schlemmers Ideen für Sie aktuell?
Mich interessiert seit langem die Schnittstelle zwischen bildender Kunst und Tanz; und Schlemmer war in seiner Zeit ein Vorreiter in der Auseinandersetzung von Bühnenkunst und Tanz. Seine Ideen, die er unter anderem am Bauhaus entwickelte und erforschte, finde ich sehr aktuell, zum Beispiel seinen interdisziplinären Ansatz. Er war, wie man heute sagen würde, ein richtiger Multimediakünstler.
Schlemmer hat den Tänzer aufs Kostüm reduziert. Schränkt das den Körper für die heutigen Ansprüche nicht zu sehr ein?
Diesen Aspekt finde ich spannend, um gerade von dieser Athletik im Tanz wegzukommen und ein anderes Ergebnis, eine andere Körperlichkeit zu erzielen – in Bezug zum heutigen Tanzwissen. Meine Arbeitsmaxime ist, dass Limitierung auch eine Freiheit schafft. Ich arbeite auch mit Kostümobjekten, die etwas sehr Installatives haben. Ihre Grundidee ist schon diese Einschränkung und die Frage, wie man das heute weiterdenken kann. Schlemmer hatte das auf die Spitze getrieben, indem er ein einfaches Vokabular von Schreiten und Gehen zum Thema machte.
Tanzen Sie die Performance „Tracing O.S.“ alleine?
Ja, aber ich habe zwei andere Figuren auf der Bühne: den Kontrabassisten Klaus Janek, der auch Live-Elektronik einsetzt, und den Lichtkünstler Kurt Laurenz Theinert, der mit Projektionen und einem sogenannten Visual-Piano arbeitet, einer Klaviertastatur, mit der er die Lichtprojektionen spielen kann. Schlemmers großes Thema war Form und Abstraktion. Seine Bühnenarbeiten lassen nur ansatzweise seinen Humor erahnen. Unsere Performance soll zwischen Abstraktion und dem Absurd-Komischen pendeln.

„Tracing O.S.“ hat an diesem Freitag um 21 Uhr im Württembergischen Kunstverein Premiere; Torsten Blume von der Bauhausbühne Dessau führt um 20 Uhr ins Thema ein. Weitere Vorstellungen am 28., 29. und 31. März sowie 1. April, jeweils 21 Uhr. Karten 07 11 / 22 33 70.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: