Alexander Frey ist für das Kulturprogramm in der Filharmonie verantwortlich. Foto: Filharmonie/FH

Der Programmmacher in der Filharmonie hat am 24. März das NRW-Juniorballett zu Gast, das Mozarts „Zauberflöte“ zum multimedialen Tanztheater macht.

Mozart trifft Matrix in Raimondo Rebecks getanzter Version der „Zauberflöte“. Das NRW-Juniorballett gastiert mit dieser Produktion am Donnerstag 24. März in der Filharmonie in Filderstadt und will zeigen, wie sich Mozarts Oper an der Gegenwart und der Weltwahrnehmung junger Menschen reiben kann.

 

Herr Frey, Sie wollen junge Menschen mit Mozarts „Zauberflöte“ von ihren Smartphones weglocken. Kann das klappen?

Ja, wenn man es so macht wie das NRW-Juniorballett. Das hat die Geschichte, die von jungen Menschen handelt, auch jung besetzt und spricht Themen an, die ein junges Publikum abholen: Es geht um fremde Welten, ums Erwachsenwerden, um Initiationsrituale. Die „#zauberflöte 3.0“ lässt schöne neue Welt und finstere Mächte aufeinanderprallen.

Raimondo Rebecks Tanzstück ist vom 30. Geburtstag des Internets inspiriert. Wie spiegelt sich das?

Was passiert, wenn das Internet zusammenbricht, wenn das Display dunkel bleibt? Wie begegnet man dann Herausforderungen? Dieser Gedanke schwingt mit. Neben der Musik Mozarts gibt es auch moderne Einspielungen. Und die Ausstattung setzt auf eine Projektion, bei der zum Beispiel schnell vorbeirauschende Zahlenreihen für Bedrohung stehen.

Wie wichtig ist das junge Publikum bei Ihrer Programmplanung für die Filharmonie?

Gastspielhäuser wie unseres haben ein treues Publikum. Aber wir müssen auch nach vorn denken und überlegen, wie wir in der Wahrnehmung eines jungen Ausgehpublikums eine Rolle spielen. Mit Tanz kann man in einer Region, in der Gauthier Dance und Stuttgarter Ballett international ausstrahlen, viele ansprechen. Er bietet die Möglichkeit, jenseits von Sprachgrenzen über andere Codes ein Publikum zu erreichen, das nicht nur Theaterklassiker sehen will.

An was denken Sie da konkret?

Ich will die Filharmonie mit Produktionen interessant machen, die wie die „Zauberflöte 3.0“ nicht verkopft sind. Ein gutes Beispiel ist das Stück „Ballet Bar“, in dem die französische Compagnie Pyramid im Dezember Streetdance und Musik aus einer alten Juke Box zusammenbringt. Für ein sinnliches Theatererlebnis steht auch das Kinderstück „Das kleine Licht bin ich“ vom T-Werk aus Potsdam, das Anfang April sehr bildmächtig und in einer die Fantasie anregenden Geschichte eine Tänzerin auf einen Musiker treffen lässt.

Das NRW-Juniorballett gastiert mit „#zauberflöte 3.0“ am 24. März um 20 Uhr in der Filharmonie. Tickets für junge Besucher kosten 10 Euro.