Viele Bäcker schließen ihre Läden und damit oft ihr Lebenswerk. Das hat mit den gestiegenen Energiekosten zu tun – aber auch mit fehlenden Nachfolgern. Foto: dpa/Martin Schutt

Tausenden kleinen und mittelständischen Unternehmen droht das Aus. Wer die Nachfolge zu spät regelt, gefährdet sein Lebenswerk – und damit auch Arbeitsplätze, meint Daniel Gräfe.

Immer mehr Bäcker, Metzger, Handwerker, aber auch Mittelständler schließen. Oft führt nicht wirtschaftliche Not ins Aus, sondern die erfolglose Suche nach einer Nachfolge. 70 000 gewünschte Übernahmen sind nach Zahlen der KfW allein in diesem Jahr noch nicht in trockenen Tüchern. Tausende könnten scheitern – nicht nur für die Beschäftigten herrscht schon jetzt Alarmstufe Rot.

 

Die junge Generation möchte oft nicht mehr die Ochsentour

Der Kandidatenmangel, der die größte Hürde ist, verschärft sich: Den ausscheidenden Chefinnen und Chefs der Babyboomer-Generation folgen die geburtenschwachen Jahrgänge. Der Traum vieler Unternehmer, die Nachfolge in der eigenen Familie zu regeln, scheitert schon deshalb oft an der Realität. Hinzu kommen neue Berufswege der jungen Generation, der Wunsch nach mehr Privatleben und die innerfamiliäre Erfahrung, wie mühsam Selbstständigkeit ist. Coronakrise, Kostenexplosionen und unsichere Lieferketten haben den Wunsch nach mehr Unternehmertum alles andere als bestärkt.

Auch deshalb droht selbst gut aufgestellten Unternehmen das Aus. Bis 2026 stehen fast 200 000 Firmen allein deshalb vor der Übergabe, weil die Eigentümer das Rentenalter erreichen. Zum Wohle ihrer Beschäftigten sollten sie die Nachfolge spätestens jetzt planen. Wer Entscheidungen hinauszögert, könnte viel verlieren. Früher fiel es vielen schwer, das Lebenswerk anderen zu übergeben. Künftig müssen viele froh sein, wenn sie es noch übergeben können.