Toni Kidane (Iman Tekle) startet direkt mit einem brenzligen Fall bei „SOKO Stuttgart“. Foto: ZDF/Bavaria Fiction

Im Interview spricht Schauspielerin Iman Tekle über ihre neue Rolle als Kriminalkommissarin bei „SOKO Stuttgart“, den ersten Drehtag und zurückhaltende Stuttgarter.

Mit Toni Kidane bekommt das Team der „SOKO Stuttgart“ eine neue Ermittlerin. Verkörpert wird sie von Schauspielerin Iman Tekle, die in Eritrea geboren wurde, in Köln aufwuchs und heute in Berlin lebt. In Österreich absolvierte sie ihre Schauspielausbildung und arbeitete dort wie auch in Deutschland vor allem am Theater. Am 22. Januar ist sie erstmals in der Folge „Ohne Ausweg“ zu sehen – als Nachfolgerin von Jasmin Gassmann.

 

Frau Tekle, Sie sind die Nachfolgerin von Jasmin Gassmann bei „SOKO Stuttgart“. Seit wann wissen Sie, dass Sie diese Rolle spielen werden? Und wie ist es, dass Sie nun offen darüber sprechen dürfen?

Im Dezember 2024 kam die Zusage, dann ging alles Schlag auf Schlag. Im April war ich schon in Stuttgart und habe angefangen zu drehen. Natürlich wussten meine engen Freunde und meine Familie Bescheid, aber ansonsten war es ein Geheimnis, das ich mit mir herumgetragen habe. Jetzt mit der Welt teilen zu können, was ich neun Monate lang gemacht habe und worüber ich so gebrütet habe, ist schon sehr erleichternd. Ich freue mich, aber ich habe auch Respekt davor, wie das Feedback sein wird.

Sie spielen die Rolle der Toni Kidane. Was für ein Mensch ist Toni?

Toni ist sehr direkt, sie stellt viele Fragen. Das kann manchmal auch zu weit gehen. Sie traut sich aber, Dinge zu hinterfragen, die vielleicht schon immer so gemacht wurden. Sie ist neugierig und bringt als junge Kollegin frischen Wind in das SOKO-Team. Dadurch entsteht eine neue Dynamik.

Sie sind an ein Set gekommen, an dem viele Schauspielerinnen und Schauspieler schon seit Jahren zusammenarbeiten. Wie war das für Sie? Sind Sie da auch so direkt wie Toni rangegangen?

Ich wurde am Set total herzlich aufgenommen, das war wirklich schön. Kollegin Astrid Fünderich hat später gesagt, ich hätte mich eingefügt, als wäre ich schon immer dabei gewesen. Gleichzeitig war ich an meinem ersten Drehtag wahnsinnig nervös. Ich wollte keinen großen Einstand, kein großes Willkommen. Ich wollte einfach arbeiten. Erst am Abend des ersten Drehtages wurde ich offiziell vorgestellt.

In dieser Zeit gab es sicher viele Parallelen zwischen Toni und Ihnen als Privatperson – beide neu in einer Stadt.

Ja, bei einer Szene musste ich besonders schmunzeln, als Toni in ihrer neuen Wohnung sitzt, zwischen Umzugskartons, mit einer Pizzaschachtel auf dem Schoß, völlig erschöpft. Und ich wusste: Ich fahre nach diesem Dreh in meine eigene Wohnung in Stuttgart und habe dort selbst noch tausend Sachen zu erledigen.

Worum geht es in dem neuen Fall? Können Sie ein paar Sätze dazu sagen?

Ich steige an meinem ersten Arbeitstag direkt in einen brenzligen Fall ein. Es ist eine unkonventionelle Einführung. Kein klassisches: „Hallo, ich bin neu und habe meinen ersten Arbeitstag.“ Mehr will ich noch nicht verraten.

In der Serie kommt Toni Kidane von Köln nach Stuttgart – auch im echten Leben ist Schauspielerin Tekle in Köln aufgewachsen. Foto: ZDF/Bavaria Fiction

Sie sind in Köln aufgewachsen, haben in Österreich studiert und gearbeitet und zuletzt in Berlin gelebt. Wie gefällt Ihnen Stuttgart?

Ich liebe Berlin immer noch sehr, es ist mein Zuhause, und ich habe auch nach wie vor meine Wohnung dort, die meiste Zeit bin ich aber in Stuttgart. Ich komme langsam an und habe auch schon außerhalb der Arbeit Freunde gefunden. Ich bin ein sehr offener Mensch – ich komme schnell mit Leuten ins Gespräch, im Café oder einfach auf der Straße.

Viele sagen ja, die Schwaben seien eher verschlossen.

Ja, sie sind schon zurückhaltender. Ich bin da anders. Ich komme ursprünglich aus Köln, wir reden mit Menschen in der Bahn oder an der Ampel. Das kriege ich nicht aus mir heraus. Das führt in Stuttgart manchmal zu Irritationen, aber selten zu Ablehnung. Meine Lieblingsgeschichte: Ich stand am Charlottenplatz, die Ampel hat ewig gebraucht. Neben mir stand eine Frau mit dem Fahrrad, und irgendwann habe ich gesagt: „Das dauert hier aber heute, oder?“ Sie hat mich völlig entgeistert angeschaut, weil ich sie einfach angesprochen habe. Das passiert hier wohl nicht so oft.

Ausstrahlung

Folge 14
Die Folge „Ohne Ausweg“ wird am 22. Januar um 18 Uhr im ZDF gezeigt oder kann jetzt schon in der ZDF-Mediathek gestreamt werden.