Hinter den Kulissen werden seit Monaten mehrere Namen der Grünen gehandelt, die Kretschmann folgen könnten Foto: dpa

Grüne und SPD wollen am liebsten wenig Aufhebens darum machen. Doch dass Ministerpräsident Kretschmann bei einer Wahlniederlage nicht als Oppositionsführer weitermachen will, heizt die Nachfolgedebatte jetzt an.

Stuttgart - Die Äußerung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), im Fall einer Niederlage bei der Landtagswahl 2016 die Politik zu verlassen, sorgt weiter für Diskussionen.

Während CDU und FDP dem Regierungschef Amtsmüdigkeit vorhalten, zeigte der stellvertretende Ministerpräsident Nils Schmid (SPD) am Montag Verständnis. „Winfried Kretschmanns Sicht der Dinge ist absolut nachvollziehbar“, sagte Schmid den Stuttgarter Nachrichten.

Für ihn selbst sei das keine Option, betonte der Wirtschafts- und Finanzminister. Zum einen beschäftige er sich „nicht mit solchen Fragen“, weil er fest überzeugt sei, dass die grün-rote Koalition die Wahl gewinne.

Südwest-Grüne setzen auf Sieg

Zum anderen sei er jung genug, um im Fall einer Niederlage in der Politik zu bleiben und nicht in die freie Wirtschaft zu wechseln: „Ich bin mit 42 Jahren in einem Alter, dass ich noch locker drei Legislaturperioden weiter regieren könnte und immer noch keine 60 Jahre alt wäre.“ SPD-Landtagsfraktionschef Claus Schmiedel mahnte zur Sachlichkeit: „Man muss nicht jede Banalität zu einem kosmischen Ereignis hochstilisieren.“

Der parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Hans-Ulrich Sckerl, forderte, die Aussage Kretschmanns nicht über zu bewerten. „Das ist eine völlig normale und ehrliche Reaktion“, sagte Sckerl. Kretschmann habe ehrlich geantwortet und nicht taktiert. „Es ist doch klar, dass im Fall einer Niederlage bei der Landtagswahl sich Winfried Kretschmann nicht mehr in den Landtag setzt und kleine Anfragen stellt oder den Oppositionsführer gibt.“ Gedanken an eine Niederlage gebe es bei den Südwest-Grünen nicht: „Wir setzen auf Sieg.“

Hinter den Kulissen werden seit Monaten mehrere Namen der Grünen gehandelt, die Kretschmann folgen könnten, unter anderen der Freiburger OB Dieter Salomon.

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