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Die Staatsanwaltschaft wirft einem Esslinger Bedrohung und versuchte schwere Brandstiftung vor. 

Esslingen -  "Ich war das alles nicht - alles Lüge", sagt der 56 Jahre alte Mann vor der 5. Strafkammer des Landgerichts Stuttgart. Der arbeitslose Mechaniker wird beschuldigt, seine Nachbarn bedroht und drangsaliert zu haben. Der Oberstaatsanwalt wirft dem Esslinger Bedrohung und versuchte schwere Brandstiftung vor, macht aber auch klar, dass er den 56-Jährigen in der Psychiatrie untergebracht sehen will. Der Beschuldigte sei psychisch krank und eine Gefahr für die Allgemeinheit.

Der Ärger begann, als der 56-Jährige im Juni 2009 eine Wohnung in Esslingen-Wäldenbronn bezog. "Wir hatten kaum Kontakt", sagt der 44-jährige Nachbar. Dann hieß es plötzlich, der Nachbar sammle Unterschriften gegen den 56-Jährigen. "So ein Unsinn, warum auch?", sagt der Zeuge. Die Sache konnte geklärt werden. Einige Tage später umstellte die Polizei das Haus des 44-jährigen Familienvaters. Grund: Er habe den Beschuldigten mit einer Schusswaffe bedroht - was wieder nicht stimmte.

In der Nacht auf den 4. September vorigen Jahres tauchte der Beschuldigte vor der Haustür der Nachbarn auf - mit einem Beil bewaffnet. Damit schlug er gegen die Tür. "Ich habe vor Angst am ganzen Körper gezittert", sagt die Nachbarin. Die Polizei holte den verwirrten Mann ab und brachte ihn in die Psychiatrie nach Plochingen, wo er sich nach drei Tagen selbst entlassen haben soll.

Bunsenbrenner für frierende Hände?

Wieder in Wäldenbronn angekommen, drohte er dem Nachbarpaar: "Eure Kinder sind die Nächsten." "Ich habe keine Ahnung, was er gegen uns hat", so der Zeuge.

Am Nachmittag des 10. Dezember 2009 soll der 56-jährige Vater zweier Kinder Zeitungen mit einem Brandbeschleuniger getränkt und brennend durch den Briefschlitz in der Eingangstür seiner Nachbarn gesteckt haben. Das Feuer verlöschte von selbst. Nur kurze Zeit später tauchte der Mann erneut vor dem Haus der Nachbarn auf - dieses Mal mit einem Bunsenbrenner. Ein zufällig vorbeikommender Polizist machte dem Spuk schließlich ein Ende.

"Alles Lüge", wiederholt der Beschuldigte. Und der Bunsenbrenner? Den habe er gebraucht, weil er an den Händen immer so friere, sagt er. Die Vorsitzende Richterin fragt, ob er alkoholkrank sei? "Das könnte hinhauen", so die Antwort. Kein Wunder bei sechs Flaschen Bier und einer Flasche Schnaps am Tag. Die Kammer wird wohl dem Antrag des Anklägers folgen und den 56-Jährigen in die Psychiatrie schicken.

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