Stadtdekan Christian Hermes Foto: PPFotodesign.com

Über den katholischen Stadtdekan Christian Hermes ist nach dessen Weihnachtspredigt ein Sturm an Beleidigungen und Drohungen hereingebrochen.

Stuttgart - Über den katholischen Stadtdekan Christian Hermes ist nach dessen Weihnachtspredigt und der Berichterstattung unserer Zeitung ein Sturm an Beleidigungen und Drohungen hereingebrochen. An Heiligabend drückte Hermes mit Sorge aus, „welch ekelhafter Ausbruch von Ressentiments und Hetze“ dem Gottlieb-Daimler-Gymnasium entgegengeschlagen sei. Nur weil dort nach einem Weg gesucht wurde, das christliche Weihnachten in einer multireligiösen und multikulturellen Schülerschaft zu begehen.

Daraufhin ist der Gottesmann, ebenso wie zuletzt auch OB Fritz Kuhn und die Lehrerschaft des Gymnasiums, ins Visier der rechten Website pi-news.org geraten. „Über mich ist auf dieser Internetplattform eine Hetz- und Hasskampagne losgebrochen. Nachdem, wie dort üblich, meine persönlichen Kontaktdaten veröffentlicht wurden, sind innerhalb von zwei Tagen 200 Kommentare und rund 70 E-Mails eingegangen, von denen der größte Teil beleidigenden und persönlich verächtlich machenden Charakter hat“, sagt Hermes.

Da auf dieser Internetseite auch der Bundespräsident oder der Papst verunglimpft werde, fühle er sich in guter Gesellschaft. Auch das Niveau der Beiträge mit rassistischem, ausländerfeindlichem, sexistischem und fundamentalistischem Gedankengut spreche für sich: „Bei grober Durchsicht zeigt sich, dass die Autoren nichts mit Stuttgart zu tun haben, sondern es sich eher um eine islam- und ausländerfeindliche Szene handelt.“ Einknicken will Hermes nicht. Obwohl sogar sein Leben bedroht wurde. In einem anonymen Schreiben meinte einer: „Für solche wie dich gibt es Lösungen, die man im Baumarkt kaufen kann.“ Nachdem der bayrische Verfassungsschutz die Organisation seit 2012 beobachtet, fordert Hermes dies nun vom Verfassungsschutz des Landes.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: