Lecks in Leitungen sollen der Grund für das Eindringen von rund 10 000 Liter Grundwasser in das Untergeschoss des Einkaufszentrums „Agnes“ in Göppingen gewesen sein. Den Standort an sich hält ein Vertreter der Investoren nicht für ungeeignet für eine Shopping-Mall.
Ungeachtet der Überschwemmungen im 3. Untergeschoss des Göppinger Agnes an der Bleichstraße geht dort der Betrieb und der weitere Ausbau von Geschäften und Gastro-Betrieben weiter. Das betont Stefan Zimmermann von der Investorengruppe. Wie berichtet, musste am vergangenen Donnerstag das Technische Hilfswerk an dem Komplex anrücken und etwa 100 000 Liter Wasser aus den Kellergeschossen pumpen. Zimmermann nennt als Auslöser für den Zwischenfall eine geborstene Leitung, durch die das Grundwasser normalerweise abgepumpt wird. Durch diesen Schaden, der über einen längeren Zeitraum unentdeckt geblieben sei, habe sich das Wasser im 3. Untergeschoss gesammelt.
Das Problem mit Grundwasser besteht schon seit langem
Grundwasser ist seit jeher ein Thema bei dem Projekt. Bereits in der frühen Bauphase musste deshalb umgeplant und eine aufwendige Pfahlgründung errichtet werden. Es war auch nicht der erste Hilfseinsatz wegen des Grundwasserproblems. Doch Zimmermann geht davon aus, dass das nicht wieder vorkommt und ist auch nicht beunruhigt. Im Agnes bestehe am tiefsten Punkt ein sogenannter „Pumpensumpf“, erklärt er, also ein Bereich, in dem eindringendes Wasser gesammelt und abgepumpt wird. Den habe es bereits beim Vorgängerbau, dem Frey-Center gegeben, also schon seit Jahrzehnten, erklärt Zimmermann. Er nennt diese Grundwasserhaltung normal. Jedoch werde derzeit ermittelt, woran es lag, dass die Pumpleitung an drei Stellen undicht wurde. Möglich seien Material- oder Montagefehler, sagt der Investorenvertreter. In den Untergeschossen des „Agnes“ seien alle technischen Einrichtungen aber vorsorglich aufgeständert, so Zimmermann. Deshalb sei weder am Gebäude noch an den technischen Anlagen ein erkennbarer Schaden entstanden. Der Betrieb der Shopping-Etagen sei nicht beeinträchtigt. Der weitere Ausbau schreite dort ungestört voran.
Zimmermann lobt den überaus professionellen Einsatz der ehrenamtlichen Helfer vom Technischen Hilfswerk, die diese riesige Menge Wasser über eine große Höhe an die Oberfläche und dort in die Kanalisation geleitetet hatten.
An der Nordseite des Komplexes an der Poststraße steht seit der Eröffnung im November unter einem Bretterverschlag im Übrigen eine Interimsheizung für den gesamten Komplex. Diese mit Strom betriebene Wärmepumpe sei bisher nötig gewesen, weil das Gebäude auch nach zehnjähriger Bauzeit noch keinen Gasanschluss hat, so Zimmermann. Der Anschluss werde aber noch diese Woche fertiggestellt. Dann könne das gasbetriebene Blockheizkraftwerk im Gebäudeinneren in Betrieb gehen. Der Bretterbau an der Nordseite werde noch diesen Monat abgebrochen.
Acht Bäume und zwei Bushaltestellen kommen hinzu
Dann können an der Poststraße die laufenden Arbeiten an der Außenanlage weitergehen. Derzeit wird in der Mörikestraße an der Ostseite des Einkaufszentrums ein durchgängiger Gehweg mit einer Breite von vier Metern gebaut, erklärt Jeanette Pachwald, Pressesprecherin der Stadtverwaltung. Dort werden auch acht neue Bäume gepflanzt und zwei barrierefreie Bushaltestellen inklusive Wetterschutz errichtet. Dann wechseln die Arbeiten an die Nordseite, also die Poststraße. Dafür gebe es aber bisher keinen Zeitplan.
Weitere Händler und Gastronomen ziehen ein
Bestand
Das Angebot im Einkaufszentrum Agnes hat sich in den vergangenen Wochen erweitert: Am 9. März kam der Sportartikel-Anbieter „Snipes“, am 23. März die Modekette „Olymp & Hades“ hinzu, am 30. März begannen die „Pommesfreunde“ als erster Betrieb im sogenannten Food Court.
Bäcker
Center-Manager Joachim Trender sagt, in etwa zwei Wochen werde im Untergeschoss „Hermannsbäck“ mit einer zehn Meter langen Verkaufstheke und Cafébereich eröffnen.
Gaming
Als nächstes werde in dem Einkaufszentrum ein sogenannter Gaming Room mit Spielangeboten in virtueller Realität dazu kommen, der laut Trender aber auch „kindgerechte Lernspiele“ offeriere.
Kiosk
Dann startet unter dem Namen „Cigo“ der Anbieter von Zeitschriften, Tabakwaren und Lotto.
Bekleidung
Zudem kündigt Trender die Eröffnung einer Filiale von Sport Mango und eines Geschäfts für Kinder und Damenbekleidung im Erdgeschoss für Ende Juni an. Die Filiale von „TK Maxx“ werde demnächst an den Mieter übergeben.