In Bad Grönenbach im Unterallgäu sollen die Kühe eines Milchviehbetriebs gequält worden sein. Foto: dpa

In einem Milchviehbetrieb in Bayern sollen laut Soko Tierschutz Kühe gequält worden sein. Als Beweis dafür dienen versteckte Aufnahmen. Jetzt meldete sich das bayerische Umweltministerium zu dem Fall.

Stuttgart - Nach Vorwürfen der Tierquälerei gegen einen Milchviehbetrieb im Allgäu laufen die Kontrollen der Behörden noch immer auf Hochtouren. Das werde angesichts der Größe des Betriebs auch noch dauern, sagten zwei Vertreterinnen des Umweltministeriums am Donnerstag im Umweltausschuss des Landtags. Es handle sich es um etwa 1800 Milchkühe und darüber hinaus um zahlreiche Jungrinder und Kälber an mehreren Standorten, zusammen um mehr als 3500 Tiere. „Die Kontrollen sind voll am Laufen“, hieß es.

Dezidierte Bewertungen wollten die Vertreterinnen des Umweltministeriums angesichts der noch laufenden Kontrollen noch nicht abgeben. Es gebe aber jedenfalls tiergesundheitliche Probleme und einen hohen Anteil an „lahmen Tieren“. Nach Abschluss aller Kontrollen werde es eine „Gesamtschau der Situation“ geben, im Hinblick auf Tiergesundheit, Tierschutz und Lebensmittelhygiene. Am 25. Juli wird es auch eine Sondersitzung des Umweltausschusses geben. Derweil ermittelt auch die Staatsanwaltschaft.

Zahlreiche Drohungen gegen den Betrieb

Währenddessen wurde am Donnerstagmorgen berichtet, eine Person aus dem Umfeld des Landwirts sei mit einem Messer bedroht und eingeschüchtert worden. Nach Angaben eines Sprechers der Staatsanwaltschaft Memmingen (Bayern) vom Donnerstag sei ein Mann auf das Anwesen gefahren, habe mit dem Messer herumgefuchtelt und gesagt: „Ich habe etwas zum Schlachten dabei.“ Zudem sei ein Gebäude mit Hassbotschaften beschmiert worden. Mehrere Medien berichteten darüber.

Wegen der Vorfälle am Mittwoch hatte nach Angaben der Staatsanwaltschaft eine Polizeistreife die Umgebung des Betriebs in Bad Hindelang bewacht. Bei Facebook sprachen mehrere Nutzer Drohungen gegen den Landwirt aus.

Den Verantwortlichen des Endres-Betrieb wird vorgeworfen, Tiere misshandelt zu haben. Eine Stellungnahme lehnte der Betrieb zunächst ab. Die „Soko Tierschutz“ hatte Bilder von versteckten Kameras aus dem Betrieb veröffentlicht. In ihrer Pressemitteilung beschreibt die SOKO Tierschutz, die Tiere würden „systematisch Durst, Hunger und Gewalt ausgesetzt“. Weiter heißt es: „Dabei kommen Tritte, Stiche mit einem spitzen Gegenstand und Gewalt mittels eines Traktors zum Einsatz.“ . Darüber hinaus kritisiert die Organisation die mit dem Hof zusammenarbeitenden Betriebe und die Behörden.

Die grausamen Bilder, die Soko Tierschutz vom Milchviehbetrieb veröffentlicht hat, sind im Video zu sehen:

Die grausamen Bilder sind im Video zu sehen

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