Schalke 04 hat den Klassenerhalt geschafft, bekleckerte sich gegen den FC Augsburg beim 0:0 aber nicht gerade mit Ruhm (Archivbild). Foto: Bongarts/Getty Images

Kellerkind Schalke 04 rettet mit einem 0:0 gegen den FC Augsburg den Klassenerhalt. Der VfB Stuttgart kann den Abstand auf Schalke nun nicht mehr einholen und nur noch auf die Relegation hoffen.

Gelsenkirchen - „Jahrhunderttrainer“ Huub Stevens nahm das erfolgreiche Ende seiner Retter-Mission äußerlich ungerührt hin, die Spieler von Schalke 04 bedankten sich in der Kurve artig, aber knapp für die Unterstützung in einer grausigen Saison. Mit fußballerischer Magerkost und einem 0:0 gegen den seit Samstag geretteten FC Augsburg sicherte sich auch der Vizemeister zumindest vorzeitig den Klassenerhalt.

„Nachdem Stuttgart am Samstag verloren hatte, war uns klar, dass wir selbst über die Tordifferenz kaum noch hätten eingeholt werden können“, sagte Stevens im Eurosport-Player. Sieben Punkte beträgt nun der Vorsprung von S04 auf den VfB vor den letzten beiden Spieltagen, damit ist lediglich der GAU verhindert. Entsprechend wird es laut Stevens auch keine große Party geben: „Montag ist frei, Dienstag ist Laktattest.“

Bei Torhüter Alexander Nübel war „das Aufatmen sehr groß. Wir sind schlecht in die Rückrunde gekommen, deswegen war irgendwann klar, dass es nur um den Klassenerhalt geht“, sagte der Schlussmann, für den gegen den Tabellennachbarn FCA „nur das Ergebnis“ zählte. Für Augsburgs Kapitän Daniel Baier war bei dem mauen Spiel dagegen „schon ein bisschen Fremdschämen dabei. Von beiden Mannschaften war das fast unterstes Niveau. Wahrscheinlich hätten wir Samstag lieber feiern gehen sollen, schlechter wären wir heute nicht gewesen.“

Huub Stevens wird Schalke verlassen

Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider kann nun die Vorbereitungen für die kommende Saison vorantreiben. Die dringendste Personalie ist dabei die des Trainers. Denn Stevens, der im März auf den entlassenen Domenico Tedesco gefolgt war, wird den Klub nach dem abgewendeten Abstieg wie angekündigt wieder verlassen. Als heißester Kandidat auf die Nachfolge wird der ehemalige Huddersfield-Teammanager David Wagner gehandelt.

Acht Tage nach dem überraschenden und stürmisch bejubelten Derbysieg beim Rivalen Borussia Dortmund zeigte sich aber einmal mehr, wieso der Vizemeister in dieser Saison so lange gegen den Abstieg gespielt hatte. S04 hatte große Probleme, klare Torchancen zu kreieren und leistete sich zu viele Ungenauigkeiten. Weil aber auch der FCA wenig investierte, entwickelte sich ein Spiel auf mäßigem Niveau.

Schalker Fans gedachten verstorbenem Ex-Manager Rudi Assauer

So blieb die Choreographie der Schalker Fans, die vor dem Anpfiff mit einem riesigen Transparent des im Februar verstorbenen Ex-Managers Rudi Assauer gedachten, der am 30. April 75 Jahre alt geworden wäre, lange Zeit das einzige Highlight. Nur eine kleine Unsicherheit von Nübel nach einem Schuss von Konstantinos Stafylidis (29.) und ein aussichtsreicher Angriff von S04 über Suat Serdar und Breel Embolo (40.) sorgten für etwas Spannung auf dem Platz.

Erst nach der Pause wurden beide Teams kurzzeitig etwas zielstrebiger. Serdar traf nach einem Doppelpass mit Embolo nur den Pfosten (52.), kurz darauf reagierte S04-Torhüter Nübel nach einem abgelenkten Schuss von Michael Gregoritsch stark und bewahrte sein Team vor dem Rückstand (56.). Dem Stevens-Team mangelte es nicht an Einsatz und Engagement - Torszenen blieben aber Mangelware. 

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