Kurzzeitig haben die Stuttgarter Schafe in Pliensauvorstadt geweidet. Foto: Caroline Holowiecki

Gegen die Schäferin, die ihre Tiere in Stuttgart-Sillenbuch und dann in Esslingen hatte weiden lassen, wurde ein Haltungsverbot verhängt. Nun äußert sie sich in einem ausführlichen Brief – und übt dabei deutliche Kritik.

Sillenbuch/Esslingen - Nun äußert sie sich doch noch: Jene Schäferin, der alle Schafe und Ziegen weggenommen wurden, übt in einem ausführlichen Brief an unsere Zeitung deutliche Kritik an der Stuttgarter Stadtverwaltung und dem Landratsamt Esslingen. Die Frau hatte ihre mehr als 250 Tiere zunächst im Eichenhain in Sillenbuch weiden lassen, seit dem vergangenen Jahr in Esslingen. Nun wurde ihr vom Landratsamt Esslingen ein Tierhaltungsverbot verhängt, da es immer wieder Beanstandungen und Verwerfungen wegen Vertragsinhalten gab.

Die Schäferin selbst sieht sich als Verliererin in der Angelegenheit, die Städte als Gewinner. „Ich habe fünf Jahre ununterbrochen für diese Leute gratis gearbeitet“, schreibt sie in ihrem Brief. Die Stadt Stuttgart und das Landratsamt Esslingen hätten sie nie unterstützt, sondern nur behindert: „Ich bin noch nie so betrogen, ausgenutzt, verleumdet und bestohlen worden.“

Schäferin will um ihre Tiere kämpfen

Die Förderungen seien zu knapp gewesen, ihr habe es zum Beispiel an nötigen Medikamenten für die Tierherde gefehlt. Unterdessen habe sie ihre Schafe und Tiere unter großem Aufwand gepflegt: „Ich habe mich fast tot gearbeitet“, schreibt sie. Und: „Ich habe immer so viel Geld und Futter aufgetrieben – privat oder durch Spenden –, dass nicht ein einziges Tier auch nur einmal hungern musste. Ganz im Gegenteil.“

Dass ihr die Tiere nun weggenommen wurden, betrachtet die Schäferin als Hinterlist: „Das Landratsamt stahl all meine Tiere; nicht wegen schlechter Tierhaltung, sondern weil man mir den Magerrasen immer wieder abgemäht und umgeackert hatte und kein Futter mehr da war.“ Sie kündigt an, dass sie um ihre Tiere kämpfen werde, „bis ich 80 Jahre alt bin“. Die Schafe und Ziegen würden sich täglich nach ihr sehnen, behauptet sie.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: