Neue Entwicklung im Freiburger „Spanner-Skandal“: die Personalchefin wurde von der Uni-Spitze fristlos gekündigt. Nun klagt sie.
Neue Eskalation im „Spanner-Skandal“ an der Universität Freiburg: Die Leiterin der Personalabteilung ist nach einem Konflikt um die Kommunikationspolitik der Uni-Spitze in dem Fall fristlos gekündigt worden. Dies bestätigte ihre Anwältin, während die Uni „solche Vorgänge weder bestätigen noch kommentieren“ wollte.
Am Montag sei ihre Mandantin „durch die Rektorin und die Kanzlerin der Universität Freiburg … außerordentlich fristlos gekündigt“ worden, schreibt die Anwältin. Die Kündigungsgründe seien ihr nicht mitgeteilt worden. Der Personalrat habe der Kündigung einstimmig widersprochen. Die Personalchefin werde gegen die Kündigung nun Klage erheben, kündigte die Anwältin an – ebenso wie gegen eine zuvor erteilte Abmahnung im gleichen Zusammenhang.
Sensible Daten zu Unrecht verbreitet?
Hintergrund sind nach Informationen unserer Zeitung umfassende Dokumente, welche die Frau an die Uni-Gremien verschickt hatte. Damit wehrte sie sich gegen den Vorwurf, die Uni-Führung nicht früh und umfassend über den Fall des Ex-Mitarbeiters informiert zu haben, der hunderte von Frauen – Studentinnen und Kolleginnen – über Jahre hinweg heimlich gefilmt hatte. Offenbar wollte sie sich nicht zum Sündenbock für die interne Kommunikation des Falles machen lassen, an der es auch von Betroffenen viel Kritik gegeben hatte.
Nach Darstellung der Uni enthielten die Unterlagen „sensible und vertrauliche Informationen“, die nicht hätten weitergeleitet werden dürfen. Ohne konkrete Beteiligte zu benennen schrieb die Uni von einem „Datenschutzvorfall“, den man dem Landesdatenschutzbeauftragten und dem Wissenschaftsministerium gemeldet habe. Die Weitergabe der Daten sei „in keiner Weise akzeptabel“, wurde Rektorin Kerstin Krieglstein zitiert. Vor dem Arbeitsgericht dürfte es um die Frage gehen, ob der Vorgang eine außerordentliche fristlose Kündigung trägt. Die Personalchefin, eine Juristin, war seit etwa dreißig Jahren für die Universität tätig. Sie musste ihren Arbeitsplatz am Montag innerhalb kurzer Frist verlassen.