Das Stuttgarter Wahrzeichen ist seit fast einer Woche geschlossen. Foto: dpa

Für den Wirt ist die Schließung des Turms „ohne Vorwarnung“ geschehen. Seit der Nachricht von der Schließung bricht sein Ostergeschäft ein und die 30 Mitarbeiter stehen vor einer ungewissen Zukunft.

Stuttgart - Die Betreiber der Gastronomie am Fernsehturm erheben schwere Vorwürfe gegen die Stadt. „Wir wurden ohne Vorwarnung mit der Schließung des Turms konfrontiert“, sagte Alexander Deißler, Szenegastronom und Geschäftsführer der Betreiberfirma Foxtrot-Tango GmbH.

Mit der am Mittwoch verfügten Entscheidung von OB Fritz Kuhn (Grüne), den Turm wegen fehlender Rettungswege ab sofort zu schließen, habe man seinem Betrieb „das Herz aus der Gesamtkonzeption gerissen“, erklärte Deißler. Das Café auf dem Turm und die Gaststätte mit Biergarten im Eingangsbereich lebten von der „Dynamik“ eines ­zugänglichen Turms. Durch die Schließung von heute auf morgen habe man keine Chance, ein alternatives Konzept zu erstellen.

Ostern beschere traditionell gute Umsätze, sagte Deißler. Dafür habe man unter ­anderem 700 Maultaschen von Hand vorgefertigt. Seit der Nachricht von der Turmschließung blieben die Gäste aber schlagartig aus. Auch bei Firmenveranstaltungen oder privaten Feiern hagele es Absagen. Die Konsequenzen für seine 30 Mitarbeiter am Turm seien nicht absehbar. „Ich werde aber dafür kämpfen, dass der Turm wieder geöffnet werden darf“, kündigte Deißler an.

„Die Investitionen sind nun auf einen Schlag wertlos“

Gaststätte und Turm-Café wurden im September 2011 eröffnet. „Wir haben uns nur auf den Fernsehturm eingelassen, weil das Brandschutzkonzept stand“, stellte Deißler jetzt klar. In den brandsicheren Ausbau des Cafés,das maximal 150 Plätze bietet, habe man eine sechsstellige Summe investiert. Auch der SWR habe für Brandschutz viel Geld eingesetzt. „Die Investitionen sind nun auf einen Schlag wertlos“, so Deißler.

Am 9. April ist ein Gespräch zwischen OB Kuhn und SWR-Intendant Peter Boudgoust über die Zukunft des Fernsehturms geplant.