Die Polizei hat neue Erkenntnisse zu einer heftigen Schlägerei im Rems-Murr-Kreis. Foto: Phillip Weingand/STZN

Eine Meldung aus dem Rems-Murr-Kreis hatte sich zum Jahreswechsel tausendfach verbreitet. Neue Erkenntnisse der Bundespolizei lassen den Fall nun in einem neuen Licht erscheinen.

Remshalden - Ein Mann greift einen anderen an – dieser wehrt sich so heftig, dass der ursprüngliche Angreifer schwer verletzt selbst die Polizei ruft. Diesen skurrilen Vorfall am Bahnhof Remshalden-Geradstetten (Rems-Murr-Kreis) hatte die Bundespolizei zum Jahreswechsel gemeldet. Jetzt konnte sie den – bislang unbekannten – zweiten Beteiligten ermitteln und neue Erkenntnisse gewinnen.

Die ursprüngliche Meldung war tausendfach über soziale Netzwerke verbreitet worden. Viele Nutzer legten das Geschehen – oft hämisch oder triumphierend – so aus, dass der eine Beteiligte, ein 25-jähriger Asylbewerber aus Somalia, einen rechtschaffenen Deutschen grundlos attackiert und dafür teuer bezahlt habe. Das eigentliche Opfer, so der Tenor vieler Nutzer, sei nun wegen seiner tapferen Gegenwehr der Willkür der Behörden ausgesetzt.

Der zweite Beteiligte ist ermittelt – und der Angriff hatte eine Vorgeschichte

Diese Version ist spätestens nach den neuen Erkenntnissen nicht mehr haltbar: Bei dem nun ermittelten Kontrahenten handelt es sich um einen 24 Jahre alten Mann aus dem Irak. Zwar gehen die Ermittler noch immer davon aus, dass an jenem Silvesternachmittag der 25-jährige Somalier den Jüngeren angegriffen hatte – allerdings nicht aus völlig heiterem Himmel, wie zunächst angenommen. „Zwischen den beiden gab es bereits mehrere Gewaltdelikte“, so ein Sprecher der Bundespolizei. Die Männer hätten zeitweise zusammen gewohnt – die Ermittlungen zu den genauen Hintergründen der Tat laufen.

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