Ex-Präsident Saleh stürzte den Jemen ins Chaos. Doch sein Tod löst die Probleme nicht. Foto: dpa

Einst war der Jemen ein glückliches Land. Jetzt taumelt der Staat immer tiefer in die Krise. Ein Ende ist nicht abzusehen, kommentiert Martin Gehlen.

Sanaa - Arabia felix, glückliches Arabien, nannten die Römer einst bewundernd den Jemen. Heute zählen das Land und seine Bevölkerung zu den unglücklichsten Flecken der Erde. Seit Jahrzehnten ist die Nation durch ihre politischen Führer – allen voran Ali Abdullah Saleh – in schier endlose Konflikte, Katastrophen und Kriege verwickelt. Der jahrzehntelang herrschende Despot hat seinen Sturz durch den Arabischen Frühling 2012 nie verwunden und war deswegen sogar bereit, mit seinem langjährigen Erzfeind, den Huthis, zu paktieren, um sich den Weg zurück an die Macht zu bomben. Fast 9000 seiner Landsleute hat dies bisher das Leben gekostet, kaum ein Jemenit, der nicht hungert oder seine Kinder nicht mehr ernähren kann.

Insofern markiert Salehs Tod eine Zäsur für das gequälte Land, die jedoch die Kämpfe zwischen allen Fraktionen neu anfachen könnte. Die Huthis haben nichts mehr zu verlieren. Und nach dem Marschbefehl für die Regierungstruppen, Sanaa zurückzuerobern, könnte der legendären Weltkulturerbe-Metropole nun das gleiche Schicksal drohen, wie zuvor Aleppo und Mosul, Homs und Rakka. Und so dreht sich die Spirale der Gewalt und Zerstörung weiter. Sie wird nun auch den Jemen verschlingen, seit der Antike eines der schönsten und faszinierendsten Länder des Orients.

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