Gehen nach fast 25 Jahren getrennte Wege: Mercedes und der Europa-Park. Foto: Imago/Arnulf Hettrich & Finley Mörch

Der Europa-Park und der Autobauer haben sich getrennt. Hinweise der Zusammenarbeit wurden bereits an der gemeinsamen Achterbahn „Silver Star“ entfernt.

„Wir wachsen in eine neue Dimension“, sagte Europa-Park-Inhaber Roland Mack im März 2002 bei der Eröffnung der damals brandneuen Attraktion „Silver Star“. Insgesamt 13 Millionen Euro blätterte der Park für die Achterbahn hin und hatte mit dem Fahrzeughersteller Mercedes einen namhaften Sponsor für den Besuchermagneten gewonnen. Mack bezeichnete die Zusammenarbeit mit der Stuttgarter Auto-Schmiede als „grandioses Projekt“, das Formel-1-Atmosphäre nach Rust bringen sollte. Mehr als 20 Jahre später hält der Europa-Park mit dem derzeit im Bau befindlichen Themenbereich Monaco an dem Rennfahrer-Flair fest. Von Mercedes ist dagegen keine Spur mehr.

 

„Die Kooperation wurde in beiderseitigem Einvernehmen beendet, unter anderem aufgrund der konzeptionellen Neuausrichtung im Rahmen des neuen Themenbereichs Monaco. Daher wurde auch das entsprechende Branding entfernt“, erklärt der Europa-Park auf Nachfrage des Schwarzwälder Boten. Einigen aufmerksamen Besuchern wird das mit Sicherheit bereits aufgefallen sein. So wurde die Mercedes-Benz-Halle in „Monaco-Preview-Centre“ umbenannt, das große silberne Stern-Logo des Sponsors, das seit Eröffnung am Eingang der „Silver Star“ prangte, sucht man heute vergeblich.

Europa-Park bleibt mit der Daimler AG im Austausch

Und auch am Ende der Bahn, wenn der Waggon langsam zurück in den Bahnhof einrollt, gibt es eine kleine Änderung. So wurde der Schriftzug „Won more time?“ mit Hinweis auf die Internetseite von Mercedes-Benz entfernt und mit „Share your moments – #Europapark50; #Silverstar“ ausgetauscht.

Bedeutet das also, dass der Europa-Park und der Fahrzeughersteller getrennte Wege gehen? Nicht so ganz. „Aufgrund der langen und erfolgreichen Kooperation sind wir weiterhin mit den Verantwortlichen diverser Sparten der Daimler AG im Austausch. Darüber hinaus pflegen wir eine langjährige und enge Beziehung zur Kestenholz-Gruppe, welche auch weiterhin ein kompetenter Partner im Mobilitätsbereich ist“, heißt es weiter.

Ob und inwiefern Mercedes-Benz im neuen Monaco-Areal zur Geltung kommt, bleibt offen. „Hierzu können wir derzeit noch keine Details nennen“, so der Park. Generell gelte aber: „Im neuen Themenbereich können Gäste das Fürstentum mit vielen seiner Facetten entdecken, davon unteranderem auch den ,Monaco Grand Prix’. Bereits im ,Monaco-Preview-Center’ wurden Autos aus der Privatsammlung von Fürst Albert ausgestellt“ – darunter auch eine Daimler-Limousine.

„Silver Star“ behält ihren Namen

Und hat der Wegfall des Sponsoring Auswirkungen auf den Namen der Achterbahn? Immerhin lässt sich „Silver Star“ mit dem silbernen Mercedes-Stern in Verbindung bringen. Der Park sagt hierzu deutlich: „Den Namen ,Silver Star’ hat die Achterbahn unabhängig von der Kooperation mit Mercedes-Benz erhalten, daher wird sie den Namen weiterhin tragen.“

Grundlegende Veränderungen stehen indes wenige Meter weiter an. So bestätigte Europa-Park-Inhaber Roland Mack im Oktober vergangenen Jahres die Gerüchte, dass die beliebte Achterbahn „Euro-Mir“ im Jahr 2028 ausgetauscht und der russische Themenbereich verkleinert werden soll. Mercedes-Benz bleibt also nicht der einzige langjährige Weggefährte, der das Erscheinungsbild des Parks künftig wohl weniger prägen wird als bisher.

Fakten aus 2002

Der Europa-Park startete im Jahr 2002 mit breiter Brust in die damals 27. Saison. Nicht nur weil im Jahr zuvor rund 3,3 Millionen Besucher in den Park strömten, sondern auch die Autobahnausfahrt und Direktzufahrt eröffnet wurden. „Staus bis auf die A5 und die Verkehrsbelastung für Nachbarorte gehören endgültig der Vergangenheit an“, hieß es damals. Auch die Preise hob der Park 2002 an. So mussten Erwachsene 24 Euro zahlen, Kinder und Senioren 22 Euro.