Mit Pyrotechnik hatten Fans des Fußballverein SV Waldhof Mannheim das Spiel gegen den KFC Uerdingen gestört. Foto: dpa

Sportlich läuft die Saison bislang gut für den SV Waldhof Mannheim. Doch ein Urteil des DFB-Bundesgerichts infolge des Spielabbruchs in der Relegation im Mai bedroht den komfortablen Vorsprung auf Verfolger Ulm. Der Club prüft nun weitere juristische Schritte.

Mannheim - Fußball-Regionalligist Waldhof Mannheim ist mit seiner Berufung gegen den Punktabzug infolge der Ausschreitungen im Relegationsspiel um den Aufstieg in die 3. Liga gescheitert. Das DFB-Bundesgericht bestätigte am Dienstag in einer mündlichen Berufungsverhandlung die drei Punkte Abzug für die laufende Saison, reduzierte aber die Höhe der Geldstrafe. Statt 40 000 Euro müssen die Mannheimer nur noch 25 000 Euro bezahlen und dürfen einen Teil davon in Maßnahmen zur Sicherheit und Gewaltprävention investieren.

Der Club prüft nach Angaben seines Geschäftsführers Markus Kompp nun weitere juristische Schritte. Man werde das schriftliche Urteil abwarten und dann entscheiden, ob man noch eine weitere Runde gehe, sagte er der Deutschen Presse-Agentur nach der Verhandlung in Frankfurt/Main. „Wir müssten jetzt prüfen, ob wir vor das ständige Schiedsgericht gehen müssen oder vor das Landgericht Frankfurt können“, sagte er.

Anpassungen der Strafe

Ansatz dafür ist ein Formfehler, auf den das Gericht in der mündlichen Verhandlung nach Angaben von Kompp nicht eingegangen ist. Demnach bekamen die Mannheimer einen nicht vom Kontrollausschuss unterschriebenen ersten Antrag über neun Punkte Abzug zugestellt.

Verurteilt wurde Mannheim im Juli dann zu drei Punkten Abzug, einer Geldstrafe in Höhe von 40 000 Euro und mehreren Auflagen. In der Berufung gab es nun Anpassungen der Strafe. „Das Ausmaß der Vorfälle während der Aufstiegsspiele zur 3. Liga gegen Uerdingen war so exorbitant, dass in der Ahndung neue Wege beschritten werden müssen“, begründete der Vorsitzende Richter des DFB-Bundesgerichts, Achim Späth, laut DFB-Mitteilung den Punktabzug. „Andererseits sind die von der neuen Mannheimer Vereinsführung eingeleiteten Maßnahmen zielführend und positiv zu sehen. Deshalb und auch wegen der zwischenzeitlichen Täter-Ermittlung wurde die Strafe reduziert.“ Auch eine Auflage für den Bereich des Fan-Blocks wurde angepasst.

Kompp hält es dennoch weiter für falsch, die Spieler für ein Fehlverhalten der Fans zu bestrafen. „Wir haben das zur Kenntnis genommen, dass wir gelobt, gelobt, gelobt wurden für unsere Arbeit“, sagte Kompp. „Das war aber glaube ich ein bisschen ein Kampf gegen Windmühlen, da mit Inhalten gegen den Punktabzug vorzugehen.“

Rauchbomben und Böller auf das Spielfeld geworfen

Im Playoff-Rückspiel um den Aufstieg in die 3. Liga am 27. Mai hatten Mannheimer Anhänger Rauchbomben und Böller auf das Spielfeld geworfen. Schiedsrichter Patrick Ittrich aus Hamburg hatte die Partie daraufhin in der 82. Minute beim Stand von 2:1 für Uerdingen unter- und sie schließlich nach weiteren Ausschreitungen abgebrochen.

Nach zehn Spieltagen in der Regionalliga Südwest steht Mannheim mit sechs Punkten Vorsprung auf den SSV Ulm 1846 auf Rang eins der Tabelle.

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