Seit Monaten wird im Ludwigsburger Stadtteil Hoheneck um eine neue Flüchtlingsunterkunft des Landkreises gestritten. Oberbürgermeister Matthias Knecht präsentiert nun mehrere Neuigkeiten zur Planung.
Bei zwei emotionalen Bürgerveranstaltungen mussten sich die Verantwortlichen von Stadtverwaltung und Landratsamt in den vergangenen Monaten viel Kritik gefallen lassen. Die geplante Unterkunft des Landkreises an der Hackstraße in Ludwigsburg-Hoheneck liege ungünstig, sei zu groß und sorge für Unsicherheit. Besonders groß war der Ärger über die Kommunikation der Behörden – die Bürger fühlten sich nicht mitgenommen.
Dafür entschuldigte sich Ludwigsburgs Oberbürgermeister Matthias Knecht bereits – nun will er offenbar weiter die Wogen glätten und beweisen, dass er ein Ohr für die Sorgen der Bürger hat. In einem Schreiben an die Öffentlichkeit spricht Knecht von „Hausaufgaben“, die ihm die Bürger bei der Infoveranstaltung mitgegeben hätten. Dazu wolle er Stellung beziehen, „in aller Offenheit und Ehrlichkeit“ und „ohne Schönfärberei und das Wecken falscher Erwartungen“.
Dem Vorschlag einiger Bürger, weiterhin das ehemalige Hotel Krauthof als Unterkunft zu nutzen, gibt Knecht eine Abfuhr. In „sehr guten“ Gesprächen mit dem Landratsamt und dem Eigentümer des Hotels, der Regio-Bau Herrmann, sei deutlich geworden, dass im Krauthof keine dauerhafte Unterbringung möglich ist.
Auch die Idee, statt einer großen zwei kleine Unterkünfte zu bauen, hat laut Knecht keine Zukunft. „Der Landkreis ist da deutlich: Eine solche Variante wäre nicht wirtschaftlich und würde einen deutlichen organisatorischen Mehraufwand bedeuten.“
Ein Impuls aus der Bürgerversammlung scheint jedoch zu fruchten. „Die Größe hat viele von Ihnen besorgt“, schreibt der OB in Richtung der Hohenecker. Deswegen hätte die Stadt noch mal intensiv mit dem Landkreis diskutiert. Man habe sich verständigt, dass eine Kapazität von 90 anstatt 114 Personen ermöglicht werden soll. Auf eine genaue Zahl könne man ihn aber nicht festnageln, sagt Knecht. Das Land müsse mitziehen, zudem komme es auf die Fluktuation in der Unterkunft an.