Wegen eines EDV-Fehlers haben einige Mitarbeiter im Juli kaum Gehalt bekommen oder waren sogar mit einer Forderung konfrontiert Foto: dpa

Nach der Panne, bei der fast 30 000 Beschäftigte von der Steuerklasse III in Steuerklasse I gerutscht sind, hagelt es Kritik.

Stuttgart/Berlin - „Es ist ein Unding, dass Arbeitnehmer keinen oder einen zu geringen Lohn ausbezahlt bekommen, weil die Finanzverwaltung die Steuerklassen falsch zuordnet“, sagte Reiner Holznagel, Präsident des Bund der Steuerzahler Deutschland den Stuttgarter Nachrichten. „Die Bürger müssen sich jetzt selbst beim Finanzamt melden und den Fehler korrigieren lassen.“

Holznagel erwartet, dass die Finanzverwaltung die Korrekturen zügig vornimmt, sodass den Arbeitnehmern die zu viel gezahlte Lohnsteuer erstattet wird. „Insgesamt reiht sich diese Panne in eine Reihe von Flops ein“, sagte Holznagel. „Das nun auch Arbeitnehmer erhebliche finanzielle Einbußen erleben, setzt dem Ganzen die Krone auf.“

Durch einen Fehler bei einer Systemänderung sind im Sommer Tausende Mitarbeiter fälschlicherweise von der Steuerklasse III in die Steuerklasse I gerutscht – rückwirkend zum 1. Januar. Das hatte bei manchen Mitarbeitern zu Folge, dass sie im Juli kein Gehalt ausbezahlt bekommen haben.

Thomas Eigenthaler, Chef der Deutschen Steuer-Gewerkschaft, verteidigte die Finanzbeamten. „Sie bekommen jetzt den ganzen Ärger ab, obwohl sie den Fehler nicht verursacht haben“, sagte er.

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