Dänemark öffnet seine Grenze wieder für Touristen aus Deutschland, Island und Norwegen. Foto: dpa/Carsten Rehder

Als eines der ersten Länder Europas hatte Dänemark Mitte März wegen der Pandemie seine Grenzen geschlossen. Nach immensen Fortschritten im Kampf gegen das Coronavirus lässt die Regierung nun bald wieder Reisende ins Land.

Kopenhagen - Dänemark öffnet seine in der Corona-Krise geschlossenen Grenzen wieder für Touristen aus Deutschland, Island und Norwegen. Das gab Ministerpräsidentin Mette Frederiksen am Freitag in Kopenhagen bekannt. Voraussetzung sei, dass sie eine Buchung haben. „Urlauber aus den drei Ländern müssen dokumentieren, dass sie einen Aufenthalt gebucht haben, das heißt mindestens sechs Nächte in einem Hotel, Campingplatz oder ähnlichem“, sagte Frederiksen.

Ausgenommen von der Öffnung sind die Hauptstadt Kopenhagen und die Region Frederiksberg, wo es die meisten Covid-19-Fälle gibt. „Wir sind wie alle anderen dabei, Dänemark wieder zu öffnen. Wir machen es kontrolliert und schrittweise“, so Frederiksen. Von Reisen in andere Länder rät die Regierung weiterhin ab. 

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Die Deutschen stellen mit 30 Prozent die größte Gruppe der  Touristen in Dänemark. 2019 standen sie laut dem dänischen Statistikbüro für 16,8 Millionen Übernachtungen. Deshalb ist es auch für die Tourismuswirtschaft des Landes wichtig, dass die Grenze zu Deutschland im Sommer geöffnet wird. „Wir sind ein Land, das gewohnt ist, viele Touristen zu empfangen. Wir wollen ein offenes Land sein, auch wenn Corona Dänemark und den Rest der Welt getroffen hat“, so Frederiksen.

Schweden ist nicht Teil des Abkommens

Auch Norwegen öffnet sich, wenn auch nicht im gleichen Maße. Ministerpräsidentin Erna Solberg gab am Freitag bekannt, dass die Dänen ab dem 15. Juni nach Norwegen reisen können. Die Färöer-Inseln wollen ab Mitte Juni Touristen aus Dänemark, Island und Grönland empfangen.

Die Schweden, die in der Corona-Epidemie einen liberalen Kurs fahren und mehr als 4000 Todesfälle verzeichneten, sind bislang nicht Teil des Abkommens. Solberg räumte jedoch ein, mit den anderen nordischen Ländern im Gespräch über Grenzöffnungen zu sein. Mette Frederiksen sagte: „Dänemark und Schweden haben in Bezug auf Corona verschiedene Standpunkte, und das hat Einfluss darauf, wie wir über Grenzöffnungen entscheiden.“ Möglicherweise könne man den Menschen aus bestimmten Regionen in Schweden die Einreise ermöglichen.

Auch Museen, Theater, Kinos und Zoos wieder geöffnet

Dänemark hatte seine Land- und Seegrenzen - darunter auch die nach Deutschland - am 14. März für alle Ausländer ohne triftigen Einreisegrund geschlossen. Die Grenzschließungen zählten zu den strikten dänischen Maßnahmen im Kampf gegen eine weitere Ausbreitung des Coronavirus. Seitdem hat sich die Corona-Lage im nördlichsten deutschen Nachbarland aber deutlich verbessert: Die Zahlen der Neuinfektionen und der Gestorbenen mit Covid-19-Erkrankung haben sich seit Ende März stark verringert. Mittlerweile kommen täglich nur noch vereinzelte Covid-19-Todesfälle hinzu.

In einer ersten Phase der Lockerungen der Corona-Maßnahmen hatte Dänemark Mitte April seine Kindertagesstätten und Schulen bis zur fünften Klasse wieder geöffnet. Seit dem 11. Mai sind auch Geschäfte und Einkaufszentren in Kopenhagen und dem Rest des Landes geöffnet, eine Woche folgten Restaurants, Cafés sowie Kirchen und andere Gotteshäuser. Die sechsten bis zehnten Schulklassen nahmen dann ihren Unterricht ebenfalls wieder auf. Wegen der Fortschritte im Kampf gegen Covid-19 hatten sich Frederiksen und die Spitzen der dänischen Parlamentsparteien vor rund einer Woche zudem darauf geeinigt, dass Museen, Theater, Kinos, Zoos und Aquarien sofort wieder öffnen durften.

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