Noch ist das Wonnemar wegen der Pandemieauflagen geschlossen. Foto: Gottfried Stoppel

Die insolvente Interspa-Gruppe ist endgültig raus aus dem Backnanger Erlebnisbad Wonnemar. Die Stadt spricht von „vielversprechenden Gesprächen“ mit dem neuen Betreiber und hofft auf eine baldige Wiedereröffnung.

Backnang - Das Backnanger Erlebnisbad Wonnemar soll künftig von der Passauer AIM SPA Deutschland betrieben werden. Mit dem Unternehmen, das wesentliche Teile der durch die Coronapandemie in Schieflage geratenen Interspa-Gruppe aus Stuttgart übernommen habe, seien erste vielversprechende Gespräche geführt worden, wird der Backnanger Erste Bürgermeister Siegfried Janocha in einer Mitteilung zitiert.

Mitarbeiter sollen übernommen werden

Nach einer Hängepartie, die mit der Insolvenz der Interspa im vergangenen Herbst begonnen hatte, zeigt sich der kommissarische Rathauschef Janocha erleichtert, dass sowohl für die Mitarbeiter, welche sich derzeit zum größten Teil in Kurzarbeit befänden, als auch für die Bade- und Saunagäste eine positive Lösung gefunden worden sei. „Jetzt müssen nur noch die entsprechenden Coronabedingungen es erlauben, den Betrieb möglichst bald wieder zu starten“ so Janocha.

Die AIM SPA übernehme mit der Betriebsgesellschaft des Wonnemar auch die Mitarbeiter am Standort in Backnang, so Janocha. Deren Zahl war zuletzt mit 70 angegeben worden. Der Geschäftsführer des neuen Investors, Robert Maier, habe bestätigt, dass derzeit alles für die Wiederaufnahme des Badbetriebes vorbereitet werde. Man werde rechtzeitig bereit sein, wenn die Pandemiebedingungen eine Wiedereröffnung wieder zuließen.

Centermanager verlässt das Wonnemar

Der bisherige Centermanager Ricardo Haas steht allerdings nicht mehr zur Verfügung. Er habe das Unternehmen verlassen, wie es heißt, auch aus privaten Gründen. Ihm folgt in gleicher Funktion Markus Dechand. Dieser war zuvor bereits im Wonnemar Ingolstadt tätig. Zuletzt fungierte er interimsweise als Betriebsleiter des Fellbacher Familienbades F3. Auch in der Kappelbergstadt war der private Badbetreiber in finanzielle Nöte geraten. Dort allerdings hatte sich die Kommune im Sommer vergangenen Jahres entschlossen, das Bad künftig komplett in Eigenregie zu führen. Dechand hatte die Stadt in der Übergangszeit beraten.

In Backnang hingegen hatte man diese Option als die schlechtere Variante angesehen. In der Murrstadt hatte man immer betont, dass die Konstellation und die Zusammenarbeit mit der Interspa gut gewesen sei. In der Insolvenzphase wurde die Betreibergesellschaft deshalb auch von der Kommune unterstützt – etwa, indem diese für die trotz der Schließung anfallenden Kosten für Heizung und Instandhaltung aufgekommen war.

Wenig Informationen über die AIM SPA im Netz

Die Internetrecherche gibt über den neuen Betreiber wenig her – obwohl die AIM SPA auch die bis dato insolvenzfreien Besitzgesellschaften der Wonnemar-Erlebnisbäder gekauft haben soll: in Wismar einschließlich des dazu gehörigen Hotels, in Sonthofen, Bad Liebenwerda und Marktheidenfeld. Der Insolvenzverwalter, Jochen Sedlitz von der Stuttgarter Kanzlei Menold Bezler, hatte Anfang Februar bei der Verkündung der Übernahme von einem „strategischen Investor mit Branchenerfahrung“ gesprochen, aber keinen konkreten Namen nennen wollen.

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