Das Geld soll helfen, damit dem Jungen nicht nur die Standardbehandlung zuteil wird. Foto: Keystone

Nena Rupflin hat eine Spendenseite für den Dreijährigen eingerichtet, den ein Hund im Kreis Ludwigsburg schwer verletzt hat. Nun will sie sicherstellen, dass das gespendete Geld auch wirklich dort ankommt, wo es gebraucht wird.

Oberstenfeld - Die Meldung hat kaum jemanden kaltgelassen: Auf dem Fuß- und Radweg zwischen dem Oberstenfelder Freibad und Beilstein (Kreis Heilbronn) war vergangene Woche ein Dreijähriger von einem Hund rüde attackiert worden. Das Kind erlitt schwere Gesichtsverletzungen. An den Bissspuren wird es wohl sein Leben lang zu tragen haben.

Auch Nena Rupflin aus Gronau war erschüttert. Doch dabei blieb es nicht. Sie initiierte jetzt eine Spendenaktion, um dem dreijährigen Yunus bei den bevorstehenden Krankenhausbehandlungen zu unterstützen. „Das hat mich nicht mehr losgelassen“, sagt Nena Rupflin im Gespräch mit unserer Zeitung. Kein Wunder: Sie hat einen Sohn im gleichen Alter. Da gehe einem so ein Unglück noch mehr unter die Haut. Und so hat sie mit zwei befreundeten Müttern überlegt, ob und wie man dem kleinen Yunus helfen könne. Eine ihrer Freundinnen, Fatima Yilmaz, hat Kontakt zu der Familie des Jungen. Und schnell waren sich die drei Frauen – Nazike Alcelik ist die Dritte im Bunde – einig: „Geld sammeln ist das, was wir in dieser Situation machen können.“

Die Familie braucht Geld für die Operationen

Denn, da ist sich Nena Rupflin sicher: „Die Familie braucht Geld, weil auf Yunus noch viele Operationen zukommen werden. Und wir wollen ihm mehr als die Standardbehandlung ermöglichen.“ Deshalb hat sie auf der Internetspendenplattform GoFundMe eine Seite eingerichtet, die über das Schicksal des kleinen Jungen informiert und um Unterstützung für dessen ärztliche Behandlung bittet.

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Freudig überrascht ist sie von der Welle der Hilfsbereitschaft: „Wir hätten nie damit gerechnet, dass soviel gespendet wird.“ Mehr als 100 Leute hätten sich schon beteiligt, bis Dienstagmittag wurde die Spendenseite schon rund 250-mal über Facebook geteilt. Und auch sonst zeigten die Oberstenfelder große Anteilnahme, hat sie festgestellt. Nicht nur die Eltern in dem Kindergarten, den Yunus besucht, haben Hilfe organisiert. Auch Nina Rupflin bekommt von vielen Müttern immer wieder Anfragen, wie es Yunus geht. Darüber kann sie allerdings nichts sagen – nicht zuletzt, weil sie die Privatsphäre seiner Familie schützen möchte. Einen Kontakt gab es lediglich, um zu klären, ob die Eltern von Yunus mit der Aktion einverstanden sind.

Der Bürgermeister freut sich über den Zusammenhalt

Und das Engagement geht weiter. „Derzeit sind wir in Kontakt mit vielen Oberstenfelder Personen, um zu fragen, ob da eine Unterstützung möglich ist“, sagt Nena Rupflin. Eine der Anfragen ging an Bürgermeister Markus Kleemann, der sich über den Zusammenhalt der Oberstenfelder gefreut habe, aber noch klären müsse, ob und in welcher Form man dem kleinen Jungen helfen kann.

Eines steht dabei fest: Die drei Initiatorinnen wollen sicherstellen, dass das gespendete Geld auch wirklich dort ankommt, wo es gebraucht wird. „Wir sind da ja auch Neulinge; vielleicht richten wir eine Stiftung oder etwas ähnliches ein“, meint Rupflin. Denn, so steht es auch im Internet nachzulesen: „Das Geld verlässt die Plattform nicht, bis wir den besten Weg gefunden haben, wie wir es Yunus’ Familie zukommen lassen können.“

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