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Nach rechtlicher Prüfung hat die Ulmer Druckerei den Auftraggeber über den Abbruch informiert.

Ulm - Wegen heftiger Kritik an der massenhaften Verteilung des Korans hat das Ulmer Unternehmen Ebner & Spiegel den Druckauftrag von Salafisten für Zehntausende Exemplare zurückgegeben. „Im Endeffekt war der öffentliche Druck zu groß, wir wollen uns da raushalten“, sagte ein Sprecher der Ulmer Druckerei am Montag der Nachrichtenagentur dpa. „Die Korane werden nicht über uns produziert.“ Unter anderem in Schreiben und E-Mails sei die Druckerei für ihren Auftrag jüngst stark kritisiert worden. „Wir sind ganz offen kritisiert und angegriffen worden“, erklärte der Sprecher die Entscheidung, den Druck von etwa 50 000 Koranen nicht zu erfüllen.

Hintergrund ist eine Kampagne des Auftraggebers, millionenfach Korane kostenlos vor allem an Nichtmuslime zu verteilen. Die Aktion ist heftig umstritten, weil die Organisation „Die wahre Religion“ den meist radikal-islamischen Salafisten zugerechnet wird. Am Wochenende hatten Salafisten in mehreren deutschen Städten in kleineren Aktionen Korane kostenlos an Interessierte verteilt. Experten zufolge strebt die Organisation eine Missionierung an und will mit der Kampagne Aufmerksamkeit erregen und neue Kontakte knüpfen.

Die Druckerei hat den Auftraggeber über den Abbruch informiert

Nach einer rechtlichen Prüfung habe die Ulmer Druckerei am Montagmorgen den Auftraggeber über den Abbruch informiert. Offen sei, ob dieser nun mit rechtlichen Schritten reagiere. „Weil noch keine Erfüllung beiderseitig stattgefunden hat, gehen wir aber davon aus, dass sich die Sache erledigt hat“, sagte der Sprecher von Ebner & Spiegel. Der Auftrag war zwar bestätigt, aber weder war Geld geflossen noch war produziert worden.

Die Druckerei hatte schon seit vergangenem Jahr mehr als 300 000 Korane über sechs Aufträge verteilt für die Organisation gedruckt. Der Druck war vom Verfassungsschutz in Nordrhein-Westfalen als „unbedenklich“ eingeordnet worden, wie die Druckerei bekanntgab. Mit Beginn der öffentlichen und politischen Debatte um die Verteilaktion hatte die Druckerei aber den Auftragsabbruch geprüft.

Die Druckerei Ebner & Spiegel ist eine Tochter der französischen Unternehmensgruppe CPI. Am Ulmer Standort werden nach eigenen Angaben jährlich mehr als 70 Millionen Bücher hergestellt.

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