Nach dem Handgranatenwurf in Altbach vor knapp vier Wochen richten sich die Ermittlungen nun gegen die angegriffene Clique.
Spezialkräfte der Polizei haben am Dienstagmorgen sechs Wohnungen in Stuttgart und im Kreis Esslingen durchsucht. Die Aktion galt mutmaßlichen Beteiligten beim Handgranatenanschlag am 9. Juni auf dem Friedhof in Altbach (Kreis Esslingen). Die sechs Verdächtigen sollen zu dem Teil der Trauergemeinde gehören, die den tatverdächtigen 23-jährigen Angreifer verfolgt und schwer verletzt hatte.
Die sechs Verdächtigen sollen 17 bis 27 Jahre alt sein, bekamen in Stuttgart und im Kreis Esslingen Besuch von der Polizei – unter anderem in Weilheim an der Teck und in Plochingen. In einem Fall war schon vorher klar, dass der Verdächtige für längere Zeit hinter Gitter muss. Gegen den 17-Jährigen mit irakischer Staatsangehörigkeit lag bereits ein Haftbefehl in anderer Sache vor. Genaueres wollte die Staatsanwaltschaft hierzu nicht mitteilen – aber auch in diesem Fall geht es um den Vorwurf einer gefährlichen Körperverletzung. Der Jugendliche wurde einem zuständigen Haftrichter vorgeführt.
Auch Messer und Schlagring gefunden
Bei einer Zugriffsaktion soll ein Beschuldigter Widerstand geleistet haben. Er wurde leicht verletzt. Von den sechs Verdächtigen war einer nicht zu Hause. Er soll sich in seiner Heimat aufhalten. Aber auch die vier anderen Festgenommenen kamen nach Anzeigenaufnahme und einer erkennungsdienstlichen Behandlung wieder auf freien Fuß. Bei der Aktion wurden ein Messer, ein Schlagring, Quarzhandschuhe und Betäubungsmittel sichergestellt. Der Fall Altbach gehört zu einer Reihe von bewaffneten Auseinandersetzungen rivalisierender multikultureller Gruppierungen zwischen Stuttgart und Eislingen im Kreis Göppingen.