Gut drei Wochen nach dem Brand des SSB-Busdepots in Stuttgart-Gaisburg planen die Experten einen Vororttermin. Sie wollen einen bestimmten Bus unter die Lupe nehmen.
Stuttgart - Die Hängepartie um die Ermittlungen zum Busdepotbrand am 30. September soll am Donnerstag enden. Experten des Landeskriminalamts und der Stuttgarter Polizei sowie weitere Sachverständige und Gutachter wollen sich drei Wochen nach dem Großfeuer auf dem Betriebsgelände der Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) an der Wangener Straße in Gaisburg treffen, um einen Weg zu einem der 25 zerstörten Busse zu finden. Dies bestätigte die Polizei auf Anfrage unserer Zeitung.
Ermittler wollen auch einen Vergleichstest
Nach wie vor ist das Betreten der einsturzgefährdeten Abstellhalle nicht möglich. „Die Beteiligten wollen daher vor Ort beraten, wie die kritischen Stellen abgestützt werden können oder ob man den betroffenen Bus eventuell rausziehen kann“, sagt Polizeisprecherin Ilona Bonn. Im Visier steht dabei ein Daimler-Elektrobus des Typs e-Citaro mit Festkörperbatterien, an dem das Feuer laut den Daten der Brandmeldeanlage ausgebrochen war. Die Polizei vermutet einen technischen Defekt als Ursache.
Dabei wenden sich die Ermittler auch an den Hersteller selbst, die Daimler-Tochter Evobus. „Es sind Vergleichsmessungen mit einem vergleichbaren Modell vorgesehen“, sagt die Polizeisprecherin. Die Gutachter wollen in der Praxis sehen, was bei einem Ladevorgang an einem e-Citaro-Bus passiert: „Wo kann Wärme, an welchen Stellen erhöhte Spannung entstehen?“, formuliert Ilona Bonn die Fragestellung.
Was steckte hinter „manueller Nacharbeit“?
Daimler Buses hatte auf Anfrage bestätigt, dass am 4. Februar in ihrem Werk in Mannheim schon mal ein Busbrand ausgebrochen war. Bei der damaligen Analyse habe man bei einer Charge von Batterien nicht ausschließen können, dass es „durch manuelle Nacharbeit zu Isolationsfehlern kommen könnte“. Die Folge war eine Rückrufaktion, die auch die Stuttgarter E-Busse betraf.
Eine Daimler-Sprecherin bestätigt inzwischen ebenfalls, dass das Unternehmen im Rahmen der laufenden behördlichen Ermittlungen in der vergangenen Woche ein baugleiches Fahrzeug für Untersuchungen zur Verfügung gestellt habe. „Wir kooperieren weiterhin vollumfänglich mit den Behörden und unterstützen sie bestmöglich“, so die Sprecherin. Weitere Details könnten angesichts der laufenden Ermittlungen nicht genannt werden.