Ein Bild der Zerstörung: Das abgebrannte Gebäude in Kirchberg an der Murr. Foto: SDMG

Wie konnte es zu dem Feuer in Kirchberg-Frühmesshof kommen? Gerüchte, wonach der vorübergehend festgenommene Mann eine Feuerwehruniform getragen haben soll, wollen Polizei und Rathaus nicht kommentieren.

Kirchberg - Im 4000-Einwohner-Ort Kirchberg (Rems-Murr-Kreis) läuft die Suche nach der Ursache eines Großbrands – und möglicherweise auch nach einem Brandstifter. Jahrelang hatte die Feuerwehr der Gemeinde im Rems-Murr-Kreis vor allem bei technischen Hilfeleistungen zu tun. „Seit einigen Wochen und Monaten gibt es aber immer wieder brennende Papiercontainer“, sagt der Bürgermeister Frank Hornek. Seit Donnerstag häuften sich die Brände: Erst brannte eine Bank nebst Hecke, dann am Freitag ein Strohballenlager – und in der Nacht auf Samstag schließlich ein Geschäftsgebäude im Weiler Frühmesshof.

Bewohner des Flüchtlingsheims können zurück in ihre Wohnungen

„Das ist natürlich eine ganz andere Dimension. Die Scheuer stand in geschlossener Wohnbebauung, das ist schon erschreckend“, sagt Hornek. „Einen Brand dieser Größenordnung hatten wir 30 oder 40 Jahre nicht mehr.“ Er ist erleichtert, dass kein Mensch zu Schaden gekommen ist und die Feuerwehr verhindern konnte, dass die Flammen auf ein anderes Haus übergreifen.

Die Bewohner des Nachbarhauses, das als Flüchtlingsunterkunft genutzt wird, konnten inzwischen wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. Laut der Polizei hat eine Schadstoffmessung ergeben, dass für sie keine Gefahr besteht.

War der Festgenommene eine Feuerwehrmann?

Offiziell kann die Polizei eine Brandstiftung weder bestätigen noch ausschließen. Doch noch während die Löscharbeiten in dem 30-Einwohner-Weiler liefen, wurde ein Mann zur Überprüfung auf ds Revier gebracht. Inzwischen ist er wieder auf freiem Fuß. Zeugen wollen beobachtet haben, dass er eine Feuerwehruniform trug. Dazu will sich jedoch weder das Kirchberger Rathaus noch die Polizei äußern. Inzwischen ist in die Ermittlungen auch das Landeskriminalamt eingeschaltet.

Als der Brandalarm einging, befanden sich viele der Kirchberger Feuerwehrleute auf einem Ausflug. Laut dem Bürgermeister Hornek seien gleich zu Beginn Wehren der Nachbarorte einbezogen worden. Da das Wasser vor Ort zum Löschen nicht ausreichte, mussten Leitungen zum Hochwasserbehälter Zwingelhausen gelegt werden.

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