Günter Lubitz, der Vater des für den Absturz verantwortlichen Co-Piloten, meldet sich am zweiten Jahrestag des Germanwings-Absturzes zu Wort. Foto: AFP

Zwei Jahre nach dem Absturz der Germanwings-Maschine hat sich die Familie des verantwortlichen Co-Piloten zu Wort gemeldet – sie wolle Gehör finden, begründete der Vater von Andreas Lubitz den Schritt.

Berlin - Die Familie des Germanwings-Copiloten Andreas Lubitz sieht sich zwei Jahre nach dem Absturz in einer speziellen Trauersitation. „Wir müssen damit leben, dass wir nicht nur unseren Sohn und Bruder verloren haben“, sagte Günter Lubitz, Vater des Copiloten, am Freitag in Berlin. Die Familie müsse damit leben, dass ihr Sohn schon zwei Tage nach dem Absturz als Verantwortlicher galt.

Familie will gehört werden

Lubitz rechtfertigte den Zeitpunkt der Pressekonferenz auf den Tag genau zwei Jahre nach dem Crash. Die Reaktionen wären die gleichen gewesen, „egal welchen Tag wir gewählt hätten“. Der Familie sei es darum gegangen, Gehör zu bekommen. „Wie alle anderen Angehörigen sind wir auf der Suche nach der Wahrheit.“ Sein Sohn habe zum Zeitpunkt des Absturzes nicht an Depressionen gelitten. Kein Arzt oder Therapeut habe damals Suizidgedanken bei seinem Sohn festgestellt, es habe auch keine Hinweise auf ein „fremdaggressives Verhalten“ vorgelegen, sagte er.

Dem offiziellen Untersuchungsbericht zufolge hat Andreas Lubitz den Airbus vor zwei Jahren absichtlich gegen einen Berg in den französischen Alpen gesteuert. Alle 150 Menschen an Bord starben.

Depression überwunden

Günter Lubitz sagte weiter, die Familie müsse damit leben, dass der Sohn als „depressiver Massenmörder“ dargestellt werde und dass er als „dauerdepressiv“ gelte. Er habe seine Depression im Jahr 2009 aber überwunden. Die festgestellten Arztbesuche 2014 und 2015 seien ausschließlich wegen seines Augenleidens nötig gewesen.

Er habe seinen Sohn in den Jahren vor dem Absturz als „lebensbejahenden, verantwortungsvollen“ Menschen erlebt. „Unser Sohn war zum Zeitpunkt des Absturzes nicht depressiv“.

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