Helfer aus Baden-Württemberg haben sich auf den Weg nach Südfrankreich gemacht. Sie sollen die Hinterbliebenen dort unterstützen. Foto: Getty Images Europe

Vier Helfer aus Pforzheim und Ludwigsburg sind nach der Flugzeugkatastrophe in Südfrankreich im Einsatz. Sie begleiten die Hinterbliebenen beim Abschiednehmen und unterstützen, wenn sie die Leichen identifizieren müssen.

Stuttgart - Nach dem Flugzeugabsturz in Südfrankreich hilft Baden-Württemberg und trauert: Vier Ehrenamtliche aus dem Südwesten kommen als Kriseninterventionsteam zum Einsatz. Sie sollen die Angehörigen unterstützen, sie beim Abschiednehmen begleiten und vor allem beim Identifizieren der Leichen zur Seite stehen. Das Team aus Pforzheim und Ludwigsburg sei als Unterstützung angefordert worden, „weil wir nah an Frankreich sind“, sagte ein Sprecher des Deutschen Roten Kreuzes der Deutschen Presse-Agentur.

Gedrückte Stimmung herrschte am Mittwoch vor allem am Stuttgarter Flughafen. Mit einer Schweigeminute gedachten rund 60 Bedienstete von Lufthansa, Germanwings und des Flughafens Stuttgart der Opfer des Germanwings-Absturzes. Um Punkt 10.53 Uhr standen auch die Bänder am Sicherheitscheck still, zur gleichen Zeit war am Vortag die Maschine in den Alpen verunglückt.

Ausfälle von Flugverbindungen gab es am Flughafen Stuttgart nach Angaben von Germanwings am Mittwoch nicht. Der Flugbetrieb musste aber mit Hilfe anderer Fluglinien aufrecht erhalten werden. Einige Crews von Germanwings seien wegen der Trauer nicht einsatzbereit, sagte ein Sprecher des Unternehmens am Mittwoch.

Kretschmann ordnet Trauerbeflaggung an

Zudem ordnete Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) Trauerbeflaggung an. Die Flaggen aller Dienstgebäude des Landes sollen von Mittwoch bis zum Einbruch der Dunkelheit am Freitag auf halbmast wehen, sagte ein Sprecher des Staatsministeriums in Stuttgart. Auch die Flaggen der Bundesbehörden im Südwesten und an der Kaserne der deutsch-französischen Brigade wehten auf Anordnung des Bundesinnenministeriums Mittwochfrüh auf halbmast. Im Landtag erhoben sich die Abgeordneten im stillen Gedenken von ihren Plätzen: „Das Parlament und die Abgeordneten sind über die Nachricht von diesem Unglück zutiefst erschüttert. Wir trauern um alle Opfer“, sagte Landtagspräsident Wilfried Klenk (CDU) zu Beginn der Plenarsitzung am Mittwoch. Das Staatstheater Karlsruhe trauert um den verunglückten Bassbariton Oleg Bryjak, der fünf Jahre lang Ensemble-Mitglied war.

Die Bergung der verunglückten Maschine in den südfranzösischen Alpen kann nach Einschätzung der Bergwacht Schwarzwald mehrere Wochen dauern. „Das Gelände ist per Auto eigentlich gar nicht zu erreichen, nur mit dem Hubschrauber“, sagt der Sprecher der Bergwacht Schwarzwald, David Vaulont, in Freiburg. Die Bergwacht Schwarzwald ist nach Bayern die zweitgrößte in Deutschland.

Bei dem Absturz am Dienstag waren alle 150 Menschen an Bord ums Leben gekommen, darunter 72 Deutsche. Über die Ursachen ist weiterhin nichts bekannt.

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