Die Wieslauftalbahn fährt ab Montag wieder in Doppeltraktion bis zum Bahnhof in Rudersberg-Oberndorf. Foto: Frank Rodenhausen

Zwei Wochen lang war die Strecke ausgebremst. Jetzt fährt das „Wiesel“ wieder mit doppelter Kraft – was Pendler dazu wissen müssen.

Zwei Wochen lang fehlte ein wichtiger Teil im Takt der Wieslauftalbahn. Jetzt kehrt er zurück: Das bei der Entgleisung am 22. November beschädigte Fahrzeug ist repariert. Das hat das Landratsamt am Freitagnachmittag mitgeteilt. Ein defektes Drehgestell sei ersetzt worden – nun könne das „Wiesel“ ab Montag, dem 8. Dezember, wieder in Doppeltraktion fahren. Die Ersatzbusse, die kurzfristig eingesprungen waren, entfallen damit.

 

Die Einschränkungen hatten spürbare Folgen: Seit dem Vorfall bei der Weiche am Bahnhof Miedelsbach-Steinenberg verkehrte die Bahn nur mit einem Fahrzeug. Laut Württembergischer Eisenbahn-Gesellschaft (WEG) bedeutete das: weniger Platz, mehr Gedränge, vor allem zu den Stoßzeiten.

Wieslauftalbahn kehrt zur Doppeltraktion zurück

Von Montag an soll die Phase der Einzeltraktion enden – pünktlich zur neuen Woche soll wieder mehr Kapazität bereitgestellt werden. Informationen zur Umstellung sollten ab Samstag online bei der WEG und dem Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) zu finden sein, so das Landratsamt. Das war bis Sonntagnachmittag aber nicht der Fall.

An den Schienen ist bei der Entgleisung der Wieslauftalbahn bei Miedelsbach nur geringer Schaden entstanden. Foto: Frank Rodenhausen

An der Gleisinfrastruktur hatte die Entgleisung nur geringe Schäden verursacht, die bereits am Folgetag behoben worden waren. Schwerer traf es das Fahrzeug selbst: Das betroffene Drehgestell, das laut Landratsamt als Ursache gilt, musste vollständig ausgetauscht werden. Die Instandsetzung übernahm ein Notfall-Team der WEG.

Dass die Lage dennoch nicht völlig entspannt ist, hängt mit der Hochwasserkatastrophe vom Sommer 2024 zusammen. Damals wurde ein Großteil der Fahrzeugflotte beschädigt oder zerstört. Seit April 2025 rollt die Bahn zwar wieder – aber noch nicht in voller Stärke. Zwei neue Fahrzeuge sind zwar bestellt, jedoch noch nicht ausgeliefert.

Mischbetrieb erschwert flexible Zugkombinationen im Berufsverkehr

Ein Mischbetrieb aus alten Mietzügen und neu beschafften Fahrzeugen erschwert den Einsatz der gewohnten Mehrfachtraktionen. „Nicht alle Fahrzeuge lassen sich miteinander kuppeln“, erklärt eine Sprecherin des Landratsamts. Das erschwere den Einsatz flexibler Kombinationen im Berufsverkehr.

Trotz aller Widrigkeiten: Die Wieslauftalbahn fährt weiter – und ab Montag wieder im gewohnten Doppel. Der eingeschränkte Schienenersatzverkehr bleibt lediglich dort bestehen, wo bislang keine durchgängige Verbindung angeboten werden kann. Ein kleiner Schritt zurück zur Normalität im Wieslauftal.