Nach der misslungenen Abschiebung eines 23-jährigen Togolesen haben Hunderte Polizisten das Flüchtlingsheim in Ellwangen gestürmt. Foto: Getty Images Europe

Mehrere Asylbewerber hatten Widerstand gegen die Abschiebung eines Togoers in Ellwangen geleistet. Jetzt stellt sich heraus: Bereits 2017 hat ein Stuttgarter Gericht einen Antrag gegen die Rückführung des Togoers nach Italien zurückgewiesen.

Stuttgart - Das Verwaltungsgericht Stuttgart hat bereits im November einen Antrag gegen die Rückführung des Togoers nach Italien zurückgewiesen, der seit Donnerstag in Pforzheim in Abschiebehaft sitzt. Der Eilantrag des Mannes gegen die Entscheidung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge sei abgelehnt worden, erklärte eine Sprecherin des Gerichts am Freitag in Stuttgart. Der Anwalt des Mannes hatte gegen den Bescheid des Bundesamts zwei Verfahren angestrengt - eine Klage, über die nach Gerichtsangaben noch nicht entschieden ist, und den Eilantrag.

Entscheidung über Eilantrag

Die Entscheidung über den Eilantrag sei rausgeschickt worden, sagte die Gerichtssprecherin weiter. Anwalt Engin Sanli sagte der Deutschen Presse-Agentur hingegen, er habe die Entscheidung nicht bekommen. Er argumentiert, dass die Verhaftung des Mannes und seine geplante Abschiebung rechtswidrig seien, weil der 23-Jährige vorläufigen Rechtsschutz genieße.

Er soll nach Italien abgeschoben werden

Es sei jetzt Deutschland für das Asylverfahren zuständig, sagte Sanli. Sein 23 Jahre alter Mandant lebte bis Donnerstag in einer Flüchtlingsunterkunft in Ellwangen. Die Polizei wollte ihn in der Nacht zum Montag mitnehmen, scheiterte aber am Widerstand anderer Migranten. Erst am Donnerstag konnte der Mann mit einem Großaufgebot der Polizei gefasst werden. Er soll nach Italien abgeschoben werden, wo er zuerst die EU betrat.

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