Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hält es für möglich, dass sich die Fußballvereine künftig an den Kosten für Polizeieinsätze oder bei Schadensfällen beteiligen. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Bei Fan-Ausschreitungen wie beim Derby zwischen VfB und KSC sollen die Fußballvereine künftig an den Kosten für Polizei und etwaige Schäden beteiligt werden, findet Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

Heilbronn - Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) will Fußballvereine bei Fan-Ausschreitungen in die Pflicht nehmen. „Die Regierung wird mit den Vereinen sprechen. Fußball bindet jedes Wochenende riesige Polizeikräfte“, sagte Kretschmann der „Heilbronner Stimme“ und dem „Mannheimer Morgen“ (Donnerstag).

Beim Derby am vergangenen Sonntag in Stuttgart hatten Chaoten aus dem KSC-Fanblock unter anderem Leuchtraketen auf das Spielfeld geschossen, das Spiel stand zwischenzeitlich kurz vor dem Abbruch. „Der Fußball braucht die Fans. Aber wie hält man die Emotion so im Zaum, dass sich Gefühle nicht verselbstständigen? Damit müssen wir uns ernsthaft beschäftigen“, sagte Kretschmann weiter. Dies sei eine höchst virulente Baustelle. „Wir müssen da was machen. Denken Sie nur an die 100 000 Euro Schäden in Zügen nach dem Spiel Stuttgart gegen Karlsruhe.“

Kretschmann hält es auch für möglich, dass sich die Fußballvereine künftig an den Kosten für Polizeieinsätze oder bei Schadensfällen beteiligen. „Die Debatte hatten wir schon einmal vor ein paar Jahren, aber ich sehe, dass wir uns jetzt neu befassen müssen.“ Er wolle da jetzt keine schnellen Antworten geben, aber so könne das nicht weitergehen. „Der Aufwand nimmt Ausmaße an, die nicht mehr gehen. Die Fragen gehen an die Vereine, aber nicht nur“, sagte er.

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