Strom wird seit Jahren teurer – der Staat verdient dabei ordentlich mit. Foto: dpa

Die EnBW erhöht zum April ihre Preise im Tarif Grundversorgung. Wer in diesem Tarif seinen ganz normalen Haushaltsstrom bezieht, sollte unbedingt wechseln. Das ist sicher und auch nicht so mühevoll, wie man meinen sollte, kommentiert Eva Drews.

Stuttgart - Die EnBW erhöht die Preise in ihrem Grundversorgungstarif Komfort. Das betrifft in Baden-Württemberg immerhin rund 900 000 Menschen. Nicht eben wenige. Viele unter ihnen dürfte es trotzdem wenig berühren, weil sie – beispielsweise als Gartenlaubenbesitzer – extrem wenig verbrauchen, und ihren Strom nur deshalb im Grundversorgungstarif beziehen, weil es für so kleine Mengen keine Alternative gibt.

 

Wer aber als Haushaltsstromkunde im Grundversorgungstarif versorgt wird, der sollte spätestens jetzt sehr ernsthaft darüber nachdenken, den Tarif zu wechseln. Manche, gerade alte Menschen, haben dagegen auch 20 Jahre nach der Liberalisierung noch Vorbehalte, weil sie fürchten, dass ihre Stromversorgung unterbrochen werden könnte. Ähnliche Geschichten sind ja auch in der Tat vom Telekommunikationsmarkt häufig zu hören.

Auf dem Strommarkt aber hat der Gesetzgeber dafür gesorgt, dass eine Versorgungslücke nicht entstehen kann. Selbst wenn – was wirklich extrem selten passiert – ein Wechsel mal danebengehen sollte, wird das Licht nicht ausgehen. Denn dann springt ebenjener Grundversorger ein. Dafür ist er da. Und für solche Fälle reguliert der Gesetzgeber die Konditionen des Grundversorgungstarifs rigide.

Der Normalfall der Versorgung aber sollte ein Wettbewerbstarif sein, von denen es in jeder Region Dutzende gibt. Orientierung geben Preisportale oder auch der Preisvergleich unserer Zeitung, der immer im Dezember erscheint. In der Regel klappt der Wechsel heutzutage reibungslos, und er ist mit einem überschaubaren Aufwand verbunden. Zumal es mittlerweile Dienstleister gibt, die bei der Suche nach einem neuen Stromlieferanten behilflich sind und auch ein Auge darauf haben, dass der Vertrag regelmäßig neu überprüft wird. Manche dieser Dienstleister verlangen für ihren Service noch nicht einmal Gebühren. Andere wollen an der Ersparnis beteiligt werden.

Und die kann teils erheblich sein. Gerade in Stuttgart ist das der Fall. Denn die EnBW ist teuerster Grundversorger unter den großen deutschen Städten. Die erfreuliche Kehrseite dieser Tatsache ist aber auch ein Sparpotenzial im Fall eines Wechsels, das besonders hoch ist. Und das gilt es zu nutzen.