Im Zweitliga-Heimspiel gegen Dynamo Dresden begann die Leidenszeit von Carlos Mané (li.) beim VfB Stuttgart. Foto: Getty

Er sollte noch ein wichtiger Faktor im Kampf gegen den Abstieg werden. Nun ist Carlos Mané wieder schwer verletzt. Der VfB sollte auf den Ausfall personell reagieren, kommentiert unser Redakteur Dirk Preiß.

Stuttgart - Nein, er war nie als Soforthilfe für die Rückrunde eingeplant gewesen. Ins Feld geführt haben die Strategen des VfB Stuttgart den jungen Mann dennoch, wenn es darum ging, wie die personellen Optionen für die zweite Saisonhälfte in der Fußball-Bundesliga einzuschätzen sind. Carlos Mané, so hieß es, könne noch ein wichtiger Faktor werden im Kampf gegen den Abstieg. Was weitere Neuzugänge angeht, sei man daher auch nicht unter Zugzwang. Das hat sich nun geändert.

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Carlos Mané, der zuletzt mehrere Monate wegen eines Knorpelschadens im Knie ausgefallen war, wird dem VfB in dieser Saison nicht mehr zur Verfügung stehen. Das ist zunächst einmal persönlich tragisch für den kleinen Portugiesen, dessen Zeit in Stuttgart so hoffnungsfroh begonnen hat. Nun endet sie wohl im Sommer – nach Ablauf des Leihvertrags mit Sporting Lissabon – eher traurig. Die Karriere des 23-Jährigen stockt weiter.

Auf den Terodde-Abgang war der VfB vorbereitet

Aber auch für den VfB Stuttgart ergeben sich aus der erneuten schweren Verletzung (Sehnenriss im Oberschenkel) Probleme. Zum einen langfristig: Die Kaufoption (15 Millionen Euro) wird der Club nun kaum noch guten Gewissens ziehen können. Vor allem aber natürlich kurzfristig. Nach den Abgängen von Simon Terodde und Josip Brekalo sowie Manés Ausfall ist die Offensivabteilung trotz des Zugangs von Mario Gomez vor allem numerisch geschwächt. Dass dies zum Problem werden kann, haben die vielen Zwangspausen der Angreifer (Daniel Ginczek, Chadrac Akolo, Anastasios Donis) und die eine oder andere Formkrise (Takuma Asano) in der Vorrunde gezeigt. Bedeutet: Sportvorstand Michael Reschke muss auf dem Transfermarkt noch einmal tätig werden und die Stuttgarter Offensive personell aufstocken. Mit der Verpflichtung von Nachwuchsmann Erik Thommy vom FC Augsburg (bisher 212 Bundesligaminuten und vor der Winterpause verletzt) ist es nicht getan.

Der VfB steht unter Zugzwang – wie zuletzt nach dem Abgang von Simon Terodde. Als dieser beschlossen wurde, hatte Reschke Mario Gomez schon am Haken. Nun zeigt sich, ob der Sportchef auch auf unvorhersehbare Ausfälle vorbereitet ist. Bis 31. Januar bleibt Zeit, auf den Mané-Ausfall zu reagieren.

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