Steht vor einer schwierigen Woche: SPD-Chef Martin Schulz. Foto:  

SPD-Chef Martin Schulz muss bei der Basis um Zustimmung zu den Ergebnissen der GroKo-Sondierung kämpfen. Die Anwürfe aus der CSU machen diesen Job nicht leichter, kommentiert Bernhard Walker.

Berlin - Ihm bleibt nur gut eine Woche – also sehr wenig Zeit –, um seine Partei für schwarz-rote Koalitionsverhandlungen zu gewinnen. Deshalb hätte sich Martin Schulz gewünscht, dass diese ungemein wichtige Woche nicht mit einem Nein seiner Genossen in Sachsen-Anhalt zu einer Neuauflage der großen Koalition begonnen hätte. Allerdings fiel der Beschluss denkbar knapp aus. Und eine Vorentscheidung ist er schon gar nicht. Der Landesverband stellt gerade mal 3400 der 450 000 Parteimitglieder. Das Rennen ist also offen und auch dann nicht vorüber, wenn der Parteitag am 21. Januar den Koalitionsverhandlungen zustimmt.

Verächtliche Äußerungen

Denn am Ende steht ein Mitgliederentscheid. Doch der wird für Schulz umso schwieriger, je länger die CSU irrlichtert. Während Horst Seehofer der SPD-Spitze Erfolg wünscht, kommen von Alexander Dobrindt giftige Töne. Schulz, so der CSU-Landesgruppenchef, müsse den „Zwergenaufstand in der Griff bekommen“. Wer so verächtlich über die Basis des Koalitionspartners spricht, erweckt den Verdacht, dass er die Koalition gar nicht will. Dobrindt weiß genau, dass Schwarz-Rot mit dem Votum der SPD-Mitglieder steht oder fällt. Und von denen wollen viele auch deshalb keine Fortsetzung der Groko, weil ihnen der rüde Ton mancher Christsozialer schon länger gehörig auf den Wecker geht.

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