Das Gebäude der Notunterkunft an der Auricher Straße stand am Dienstagabend lichterloh in Flammen. Ein Mensch kam ums Leben. Foto: Stadt Vaihingen

Eine Notunterkunft in Vaihingen an der Enz (Landkreis Ludwigsburg) steht in Flammen, ein Mensch stirbt. Was am Tag danach bekannt ist.

Einen Tag nach dem Feuer in einer Vaihinger Notunterkunft, bei dem ein Mensch sein Leben verlor, blicken die Einsatzkräfte und der Oberbürgermeister am Mittwoch zurück auf einen intensiven und bewegenden Abend. „Das war ein Einsatz, der belastend ist“, sagt der Feuerwehrkommandant Thomas Korz. „Aber damit müssen wir umgehen.“

 

Am späten Nachmittag des Vortages wurden Korz und seine Feuerwehrleute alarmiert. „Schon bei der Anfahrt sahen wir die schwarzen Rauchwolken. Da war klar, dass das etwas Größeres ist“, berichtet der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Vaihingen.

Der Ort des Unglücks: die Obdachlosen- und Flüchtlingsunterkunft in der Auricher Straße/Ecke Walter-de-Pay-Straße. Dort, etwas am Ortsrand von Vaihingen, leben mehr als 100 Menschen. Sie sind in mehreren Blocks untergebracht.

Das Gebäude ist einsturzgefährdet und unbewohnbar

Die Unterkunft am Tag nach dem Brand. Foto: Stadt Vaihingen an der Enz

Einer dieser Blockes stand am frühen Dienstagabend lichterloh in Flammen, als die Feuerwehr eintraf. Dass darin ein Mensch ums Leben gekommen war, war schnell traurige Gewissheit. Nach Angaben der Stadtverwaltung handelt es sich bei dem Opfer um einen 58-jährigen Obdachlosen. Vier Menschen wurden leicht verletzt.

Die Feuerwehr konzentrierte sich auf die Brandbekämpfung und darauf, die umliegenden Gebäude zu schützen. „Das Feuer war kurz davor, überzuspringen“, so der Kommandant. „Gegenüber waren schon die Fensterscheiben gesprungen, es zählte jede Sekunde.“

Durch den schnellen Einsatz der Feuerwehr wurde Schlimmeres verhindert. Denn rund 90 Menschen leben in den umliegenden Blocks. Sie wurden, wie die 19 Bewohner aus dem Brand-Gebäude, in die Schulungsräume des benachbarten Verkehrsübungsplatzes gebracht und betreut.

Bei dem Großeinsatz waren 82 Feuerwehrleute unter anderem der Abteilungen Vaihingen Stadt, Roßwag, Enzweihingen und Aurich mit insgesamt zwölf Fahrzeugen im Einsatz – ebenso wie zahlreiche Kräfte von Polizei und Rettungsdienst. Außerdem kümmerten sich acht Notfallseelsorger um die Betroffenen. Viele weitere packten mit an, um die Menschen zu betreuen und zu versorgen.

Auch wenn das Feuer recht schnell gelöscht war, dauerten die Nachlöscharbeiten bis etwa 23 Uhr an. Eine Stunde später waren die übrigen Gebäude von der Polizei freigegeben, sodass die 63 Erwachsenen und 25 Kinder in die Notunterkünfte zurückkehren konnten. „In den Stunden der Ungewissheit habe ich sehr betroffene, tapfere, geduldige, höfliche Menschen erlebt – mit ebensolchen Kindern“, schreibt der Vaihinger Oberbürgermeister Uwe Skrzypek auf Instagram.

Trauer um den Verstorbenen die Sorge um die Bewohner

Die 19 Bewohner des betroffenen Gebäudes kamen in anderen städtischen Unterkünften und teils privat unter. Zurückkehren in die Auricher Straße werden sie nicht können. Die einsturzgefährdete Behausung muss abgerissen werden. Der Schaden wird auf 50 000 Euro geschätzt, heißt es von der Stadt.

Wie das Feuer entstanden ist, könne man noch nicht sagen, teilt ein Polizeisprecher auf Nachfrage mit. Die Ermittlungen dürften auch noch weiter andauern, da sie sich nicht einfach gestalten, weil das Gebäude einsturzgefährdet ist.

„Vor allem anderen aber steht heute neben der Trauer um den Verstorbenen die Sorge um die Bewohner“, erklärt Oberbürgermeister Uwe Skrzypek. „Ich bin tief bewegt und beeindruckt von der professionellen und gut koordinierten Hilfe durch die Einsatzkräfte.“ Bürger, die helfen möchten, können Kleiderspenden für Erwachsene und Kinder beim Arbeitskreis Asyl und der Diakonie Vaihingen abgeben: am Donnerstag, 23. Januar, zwischen 11 und 13 Uhr in der Friedrichstraße 3 in Vaihingen.