Bei dem Erdbeben in Chile starben mindestens elf Menschen. Die Hauptstadt Santiago de Chile und die Region Coquimbo wurden stark verwüstet. Foto: dpa

Das Erdbeben in Chile hat mindestens elf Menschenleben gefordert. Rund eine Million Menschen mussten nach dem Beben der Stärke 8,4 ihre Häuser verlassen. Die Erdbebenerfahrung des Landes verhinderte Schlimmeres. Behörden, Medien und die Chilenen selbst arbeiteten während und nach den Erdstößen eng zusammen.

Santiago de Chile - Erst das Tageslicht am nächsten Morgen brachte das ganze Ausmaß der Katastrophe ans Tageslicht: Ein Erdbeben der Stärke 8,4 hatte Chile einen mächtigen Schrecken eingejagt. Doch die südamerikanische Nation kam mit einem blauen Auge davon. Acht Menschen starben, zahlreiche Gebäude stürzten ein, die Region Coquimbo bot ein einziges Bild der Verwüstung. Doch es hätte viel schlimmer kommen können.

Dass es nicht dazu kam, ist vor allem der Erdbebenerfahrung Chiles zu verdanken. Wie ein Uhrwerk funktionierte der Katastrophenschutz am Mittwochabend, als der dreiminütige Erdstoß vor der chilenischen Küste sogar die Häuser in der 228 Kilometer entfernten Hauptstadt Santiago gefährlich ins Wanken brachte und die Menschen schreiend auf die Straße liefen. Auch in den Nachbarländern war das Beben noch zu spüren. Präsidentin Michelle Bachelet rief sofort einen Krisenstab ein. Ab der ersten Sekunde arbeiteten Behörden, Medien und die Menschen eng zusammen.

Wie gut das funktionierte, war nur wenige Minuten nach dem Erdstoß in der Online-Ausgabe der Tageszeitung „La Tercera“ zu verfolgen. Auf die Minute genau lieferte die Tageszeitung „La Tercera“ die Uhrzeiten für das Eintreffen der zu erwartenden Tsunami-Wellen: Valparaiso: 20.21 Uhr, Coquimbo 20.24 Uhr. Radiostationen unterbrachen ihr Programm und informierten ihre Hörer über den aktuellen Stand der Katastrophe. Zwar fiel in einigen Regionen der Strom aus, doch die Mobilgeräte funktionierten, und so brachten sich die Menschen über ihre Smartphones auf den neuesten Stand. Die Evakuierung der Küste funktionierte reibungslos. Insgesamt sollen eine Million Menschen innerhalb kurzer Zeit in Sicherheit gebracht worden sein, berichteten lokale Medien.

Die Erinnerungen an die verheerenden Folgen der letzten Erdbeben sorgten dafür, dass auch der letzte Chilene die Tsunami-Warnungen ernst nahm. Wie wichtig das war, zeigte sich in der Küstenstadt Coquimbo, die nach Angaben der chilenischen Marine von bis zu 4,5 Meter hohen Flutwellen getroffen wurde. „Mehrere Wohnviertel wurden überflutet“, sagte Bürgermeister Cristian Galleguillos. Nur durch die Evakuierung konnte eine Katastrophe vermieden werden.

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