Insgesamt 28 Einzelpersonen sollen in dem Gebäude untergebracht werden. Foto:  

Eigentlich sollten bereits im Oktober wieder Asylbewerber in das Gebäude einziehen. Dann brach jedoch ein Feuer aus.

Kirchberg - Die zuletzt verwaiste Gemeinschaftsunterkunft in Kirchberg wird wieder neu belegt. Laut dem Landratsamt werden 28 Einzelpersonen, die der Rems-Murr-Kreis aus den Landeserstaufnahmeeinrichtungen zugewiesen bekommen hat, in dem Gebäude untergebracht. Die Belegung des Standorts erfolge „im Rahmen des auf die aktuelle Lage rund um Corona angepassten Konzepts des Kreises“ – dieses sehe eine möglichst dünne Belegung vor. Frank Hornek, der Kirchberger Bürgermeister, spricht von zunächst um die 30 Menschen, die nach seinen Informationen bis einschließlich diesen Freitag neu in die Kommune kommen werden – er habe unterschiedliche Zahlen gehört, mal sei von 28, mal von 29 oder auch 30 Menschen die Rede. Die Unterkunft sei bei ihrer Inbetriebnahme im Herbst 2015 für deutlich mehr als 100 Bewohner ausgelegt gewesen, allerdings habe man damals vonseiten der Gemeinde die Bedingung gestellt, dass maximal 100 Menschen dort untergebracht werden dürften. Das Zusammenleben in den vergangenen Jahren beschreibt Hornek als gut – in der Unterkunft seien überwiegend Familien untergebracht gewesen, um die sich etliche sehr aktive Ehrenamtliche gekümmert hätten. „Was jetzt auf uns zukommt, ist aber neu – nun sollen überwiegend junge Männer aus der Türkei und Afrika einziehen“, sagt der Bürgermeister. In der Anfangsphase werde ein Sicherheitsdienst vor Ort sein, zudem gebe es eine Sozialbetreuung durch den Landkreis. Ehrenamtliches Engagement sei derzeit der Pandemie wegen wohl kaum möglich.

Weil der Landkreis die Zahl der Gemeinschaftsunterkünfte verringern wollte, war der Kirchberger Standort im vergangenen Jahr zunächst geschlossen worden. Kurz vor der Wiederbelegung im Oktober war ein Feuer in der leer stehenden Unterkunft ausgebrochen, das die Polizei auf absichtliche Brandstiftung zurückführte. Verletzt wurde dabei niemand. „Das Ermittlungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen, einen konkreten Tatverdächtigen haben wir bisher nicht“, so ein Sprecher der Polizei.

Im Bündnis „Zusammen gegen Rechts im Rems-Murr“ ist man freilich schon kurz nach dem Vorfall von einem gezielten Brandanschlag überzeugt gewesen. In einer Demonstration im Herbst sprachen Aktivisten zudem von einem „Wechselverhältnis von rechtem Terror und der rassistischen AfD-Propaganda“. Diese „geistige Brandstiftung“ sei auch in Kirchberg erfahrbar. In dem Ort wohnten ein Bundestagsabgeordneter und der ehemalige baden-württembergische Schatzmeister der rechten Alternative für Deutschland.

Die Kommune ist darüber hinaus wegen der Einrichtung von Flüchtlingswohnungen in der sogenannten Anschlussunterbringung schon seit mehreren Jahren in einem Rechtsstreit. In zwei gemeindeeigene Wohnungen im örtlichen Gewerbegebiet sollen Flüchtlinge einziehen. Der Miteigentümer des Gebäudes wehrt sich dagegen.

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