Das abgebrannte Haus ist in Urbach als „Historischer Ochsen“ bekannt. Foto: SDMG

Die Bewohner des Hauses, das am Freitag in Urbach abgebrannt ist, bekommen viel Unterstützung aus der ganzen Region. Wie Spenden abgegeben werden können und wer sich um die Verteilung kümmert, lesen Sie hier.

Urbach - Die Menschen, die am Freitag bei dem Hausbrand in Urbach ihr Zuhause verloren haben, erfahren nun eine Welle der Hilfsbereitschaft. Die Gemeinde hat ein Spendenkonto eingerichtet – „aktuell suchen 24 Menschen eine Bleibe“, erklärt die Bürgermeisterin Martina Fehrlen. Sie bittet jeden, der über eine möblierte Ferienwohnung oder eine andere Unterkunft zur Verfügung stellen kann, sich zu melden. „Es sind schon sehr viele Spielzeug- und Kleiderspenden eingegangen“, sagt Fehrlen.

Der gemeinnützige Urbacher Verein „Die Schatzkiste“ hat es übernommen, Sachspenden entgegenzunehmen und die Verteilung zu organisieren. „Wir sind in der direkten Nachbarschaft zum Brandhaus. Am Samstag konnten wir sehen, wie immer wieder Menschen auf dem Gehweg verzweifelt zusammengebrochen sind“, erzählt Benjamin Meitinger, Vorsitzender des Vereins. Die Betroffenen hätten all ihr Hab und Gut verloren.

Die Kleiderspenden werden sortiert und an die Betroffenen weitergeleitet

Schon am Wochenende sind viele Dinge bei der Schatzkiste abgegeben worden: „Gestern sind bestimmt an die 20 oder 30 Autos hier angefahren, die Sachen gebracht haben“, sagt Meitinger. „Ich bekomme im Fünf-Minuten-Takt E-Mails.“ Vor allem Kleidung werde derzeit gebraucht: „Da wir nicht die einzelnen Kleidergrößen kennen, haben wir uns entschieden, erst einmal alles anzunehmen und zu sortieren.“

Der Verein arbeitet mit der Kleiderkammer in Plüderhausen zusammen. „Die haben die Räume, um die ganzen Sachen auszupacken und aufzuhängen. Die Menschen hat es hart genug getroffen – da müssen sie nicht auch noch die Kleidung aus einem Sack nehmen, sondern können sie von einem Ständer abholen“, sagt Meitinger. Sollten manche Kleidungsstücke nicht gebraucht werden, verspricht er: „In dem Fall kommen die Spenden nicht zu einem gewerblichen Aufkäufer, sondern zur Kleiderkammer oder zum Roten Kreuz Urbach, das regelmäßig Hilfslieferungen nach Ungarn organisiert.“

Hier können Sachspenden abgegeben werden:

Auch Spielzeug, Sofas, Elektrogeräte, Möbel, Geschirr und ganze Küchen haben Spender den Betroffenen schon angeboten. „Es ist allerdings noch gar nicht klar, wo die Menschen untergebracht werden“, erklärt Meitinger. Deshalb bittet der Verein darum, solche Angebote möglichst mit Foto per E-Mail zu schicken. Die Schatzkiste katalogisiert sie und leitet sie weiter – die Familien können sich dann melden.

Am Montag und Dienstag können Sachspenden nach Absprache (Telefonnummer 0 718 1/669 03 86) zwischen 10 und 19 Uhr bei der Schatzkiste, Beckengasse 26, in Urbach, abgegeben werden.

Weitere Infos und das Spendenkonto finden Sie hier.

Bei dem verheerenden Brand am Freitag war ein Mensch gestorben, zwei weitere wurden verletzt. Durch das Feuer wurde das historische Fachwerkhaus komplett zerstört, durch Löschwasser wurde ein Nachbargebäude schwer beschädigt. „Wir sind froh, dass dieses Haus nicht auch noch abgebrannt ist“, sagt die Bürgermeisterin. Im Laufe des Montags wird ein Sachverständiger prüfen, wie schwer das Gebäude beschädigt ist. Bis dies geklärt ist und das Gutachten vorliegt, brauchen auch die Bewohner dieses zweiten Hauses eine Unterkunft.

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