Dichter schwarzer Rauch drang aus dem Gebäude der Döner-Firma Birtat in Murr. Foto: KS-Images.de/Andreas Rometsch

Der Großeinsatz der Feuerwehr bei einem der größten Döner-Hersteller Deutschlands in Murr (Kreis Ludwigsburg) läuft immer noch. Probleme bereiten gelagerte Spieße.

Das Feuer im Kühlraum der Firma Birtat in Murr ist gelöscht – doch die Gefahr war Stunden später noch nicht ganz gebannt. „Wir befürchten, dass wir wegen Glutnestern in zwei Stunden wieder hier sein müssen“, sagte der Murrer Feuerwehrkommandant Jochen Glück gegen 10.30 Uhr. Deshalb müsse der Kühlraum vollständig geleert werden. Darin waren nach Angaben des Betriebsleiters gegenüber der Feuerwehr rund 3000 Döner-Spieße gelagert.

 

Der Brand bei einem der größtem Döner-Hersteller Deutschlands war gegen 5 Uhr bei der Leitzentrale der Feuerwehr gemeldet worden. Die Wehren aus Murr, Marbach und Pleidelsheim rückten mit etwa 60 Leuten an und löschten den Brand unter Atemschutz. „Es war ein schwieriger Einsatz“, erklärt Jochen Glück. Das Fleisch und das Fett produzierten viel Rauch. „Wir konnten nur etwa 30 Zentimeter weit sehen.“

Die Feuerwehr blieb auch noch Stunden nach den eigentlichen Löscharbeiten auf dem Firmengelände. Foto: KS-Images.de/Andreas Rometsch

Zum Glück seien keine Menschen in dem Kühlraum gewesen, berichtet der Kommandant. Zwar seien bereits acht bis zehn Birtat-Mitarbeiter dagewesen, sie hätten aber alle rechtzeitig das Gebäude verlassen können, so Glück. Den Brand selbst habe die Feuerwehr relativ schnell aufspüren können, da er erst vor etwa acht Wochen eine Brandschutzübung in der Firma stattgefunden habe. „Wir konnten uns über ein drei Meter breites Tor Zugang verschaffen.“

Offenbar wurden 30 Tonnen Fleisch im Kühlraum gelagert

Nach dem Löschen des Feuers laufen immer noch die Belüftungsarbeiten. Das Räumen des Kühlraums, um die Glutnester aufzuspüren, verlange den Feuerwehrmännern einiges ab. „Jeder Spieß wiegt etwa 30 Kilo und ist glitschig wie ein Fisch, weil die Dönerspieße eingefroren waren.“ Man setze Äxte und einen Frontlader zum Abtransport ein. Insgesamt seien nach Angaben des Betriebsleiters 30 Tonnen Fleisch in dem Kühlraum gelagert worden.

Als Ursache für den Brand in dem etwa 30 Quadratmeter großen Raum vermutet der Murrer Kommandant einen technischen Defekt. „Näheres wird sicher noch ermittelt.“ Die Höhe des Schadens stehe noch nicht fest. Neben den Feuerwehren waren auch ein Rettungsdienst und die Polizei vor Ort.

Die Polizei geht vorerst von einem technischen Defekt an einem Kühlaggregat als Brandursache aus. Durch das Feuer sei an dem Fabrikgebäude ein Schaden von rund 100.000 Euro entstanden, teilt das Polizeipräsidium Ludwigsburg mit. Den Schaden durch ungenießbares Dönerfleisch schätzen die Beamten auf 50.000 Euro.

Täglich werden 35 bis 40 Tonnen Döner produziert

Der Firmenchef Cihan Karaman kündigte an, das gesamte Fleisch aus dem Kühlraum entsorgen zu lassen. „Das ist in solchen Fällen Standard.“ Er selbst habe durch den Hausmeister vom Brand erfahren, der das Feuer bei seinem Rundgang entdeckt habe. Über die Höhe des Schadens habe er sich noch kein Bild machen können, erklärte Karaman am Freitag gegen 12 Uhr.

Die Imbisse in der Region bräuchten sich trotz des erheblichen Lagerverlustes keine Sorgen zu machen. Es werde in den nächsten Tagen keine Lieferengpässe geben, versicherte Cihan Karaman. „Wir haben auch noch einige andere Kühlräume, die wir weiterbetreiben können.“

Das Dönerfleisch werde im Laufe des Produktionsprozesses zunächst bei minus 40 Grad Celsius schockgefrostet und danach bei minus 18 Grad gelagert, so Karaman. Die Lagerbestände in Murr hätten auch ausgereicht, als kürzlich während des inzwischen beendeten Tarifkonflikts elf Tage lang gestreikt worden sei.

Die Firma Birtat ist ein führender deutscher Hersteller von Dönerspießen und Fleischwaren mit Sitz in Murr im Kreis Ludwigsburg. Das mehr als 30 Jahre alte Unternehmen ist Teil der Meat World SE und produziert täglich 35 bis 40 Tonnen Döner aus Kalb, Hähnchen oder Rind. Tausende Imbisse in Deutschland und Europa sowie monatlich mehr als 13 Millionen Endkunden werden versorgt. Zuletzt machte die Firma durch einen Konflikt um einen Haustarifvertrag Schlagzeilen.