US-Justizministerin Loretta Lynch. Foto: EPA FILE

Sepp Blatter ist als Fifa-Boss zurückgetreten. Die US-Justiziministerin Loretta Lynch zweifelt allerdings, dass dadurch auch nur irgendetwas besser wird.

Berlin - Die amerikanische Justizministerin Loretta Lynch setzt keine großen Hoffnungen in den Reformeifer des Fußball-Weltverbandes Fifa. Die Fifa sei bis in die höchsten Ebenen korrupt, sagte sie im Interview der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Mittwoch). „Wirklich beunruhigend ist, was sich im Zuge der Ermittlungen herausgestellt hat: Jedes Mal, wenn die Fifa nach internen Untersuchungen korrupte Funktionäre abgesetzt hat, wurden sie durch andere ersetzt, die genau in derselben Art und Weise weitermachten.“ Diese hätten ihre neue Position vor allem als Gelegenheit gesehen, Bestechungsgelder anzunehmen.

Im Fußball-Korruptionsskandal ermitteln die amerikanischen Behörden gegen 14 zum Teil ranghohe Funktionäre. Fifa-Präsident Joseph Blatter hatte am Dienstag überraschend seinen Rücktritt angekündigt. Berichte der Zeitung „New York Times“ und des Senders ABC legen den Schluss nahe, dass Blatter nur auf juristischen Druck - und eventuell sogar in einer Kurzschlussreaktion - agiert haben könnte. Ob es auch eine Anklage gegen Blatter geben werde, wollte Lynch nicht beantworten. „Dazu kann ich jetzt nichts sagen“, meinte sie.

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