Das Forum der Kulturen, dem Dachverband der Stuttgarter Migrantenvereine, warnt nach den Eritrea-Ausschreitungen am Wochenende vor pauschalen Urteilen. Die große Mehrheit der Eritreer in Stuttgart verhalte sich friedlich.
Mit Sorge blickt Rolf Graser, Geschäftsführer des Forums der Kulturen, auf das gewalttätige Geschehen vom Samstag und die sich anschließende Diskussion über Aktivitäten von Eritreern in Stuttgart. Die schlimmen Ausschreitungen am Rande einer Veranstaltung eritreischer Vereine im Römerkastell dürfe nicht dazu führen, „dass man hier lebende Eritreer unter Generalverdacht stellt“, warnte Graser im Gespräch mit unserer Zeitung. Viele seien teils seit Jahrzehnten gut integriert. Die ganz überwiegende Mehrzahl der aus Eritrea stammenden Menschen in der Landeshauptstadt hätten mit den Vorfällen nichts zu tun.
„Bisher kein einziger größer Konflikt“
Dem Forum der Kulturen, als Dachverband der Migrantenvereine und interkulturellen Einrichtungen in Stuttgart, gehören laut Graser mehrere eritreische Vereine an. Man frage bewusst nicht ab, ob diese der eritreischen Regierung nahe oder fern stünden. Viele leisteten sehr gute Arbeit im Bereich Bildung und Jugend. Graser betonte, in den 20 Jahren seit Bestehen des Forums der Kulturen sei ihm „kein einziger öffentlich ausgetragenen größerer Konflikt oder gar eine gewalttätige Auseinandersetzung“ in der eritreischen Community bekannt. Die gewalttätige Stimmung sei möglicherweise von außen hereingetragen worden. Darüber könnten möglicherweise die polizeilichen Ermittlungen Auskunft geben.