Unterstützt der Stadtrat Hannes Rockenbauch linke Gewalttäter? So stellt es zumindest der Bezirksvorsteher des Stuttgarter Westens auf Facebook dar. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Der stellvertretende Bezirksvorsteher von Stuttgart-West, Roland Stricker, unterstellt dem Stadtrat Hannes Rockenbauch die Unterstützung linker Gewalttäter. Dieser bezweifelt, ob die Parteinahme des CDU-Politikers dem Amt angemessen sei.

Stuttgart - Roland Stricker, der stellvertretende Bezirksvorsteher von Stuttgart-West und Besitzer eines schwarzen Parteibuchs, hat sich auf der Facebook-Seite des SÖS-Stadtrats Hannes Rockenbauch mit linken Demonstranten angelegt. Einen Aufruf gegen eine AfD-Kundgebung im Januar in Stuttgart kommentierte der CDU-Politiker mit den Worten „Unterstützt ihr da die Gleichen, die den MdB in Bremen brutal zusammengeschlagen haben?“

Damit bezieht er sich auf den Vorfall, als der Bremer AfD-Bundestagsabgeordnete Frank Magnitz von Unbekannten angegriffen wurde – wobei die Polizei der Darstellung der AfD in großen Teilen widerspricht, während unklar ist, ob die mutmaßlichen Täter überhaupt politisch gehandelt hatten. Rockenbauch findet Strickers Einlassungen „platt und blöd.“

Die Ausführungen des Christdemokraten in der Diskussion mit Rockenbauchs Anhängern in dem sozialen Netzwerk machen deutlich, dass dieser den Linken-Politiker mit Antifa-Gruppen unter einer Decke wähnt. „Es gab schon ein Bekennerschreiben der Antifa und das kam auch schon in der Presse“, schreibt Stricker. An dessen Echtheit äußert wiederum die Polizei Zweifel.

Ausschlachten des Vorfalls durch die AfD

Darauf hingewiesen, wird Stricker emotional. „Für mich ist das ein illegaler Haufen von anarchistischen veranlagten Idioten, die alles kaputt machen (wollen), was nicht in ihr Weltbild passt. Und mit dieser Antifa geht SÖS Hand in Hand gegen unseren Rechtsstaat“, schreibt er. Beweise für die Zerstörungswut der Antifa gebe es „noch und nöcher.“

Auf Anfrage unserer Zeitung kommentiert Stricker seine Worte so: „Natürlich kann hier noch keiner sagen, wer die Täter sind. Die AfD sei nicht mein Fall, aber die Tat sollte jeder aufrechte Demokrat heftig kritisieren und zur Aufklärung beitragen.“

Der Stadtrat Hannes Rockenbauch will das so nicht stehen lassen. „Ich kann nicht nachvollziehen, dass Stricker uns in die Gewalttäter-Ecke stellen will“, sagt er. Die Demo, zu der er aufgerufen hat, sei komplett friedlich verlaufen. Rockenbauch meint, als stellvertretender Bezirksvorsteher müsse Stricker eigentlich hinter den jungen Menschen stehen, die sich gegen „das Ausschlachten der AfD des Vorfalls in Bremen“ gestellt hätten.

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