Südkorea setzt nach Nordkoreas Nukleartest seine Militärmanöver fort. Foto: AP

Südkorea setzt nach Nordkoreas Nukleartest seine Militärmanöver fort. Seoul und Washington wollen den Druck auf Pjöngjang erhöhen und heben zudem die Größenbegrenzung für südkoreanische Raketen auf. Australien appelliert an den Einfluss Pekings auf Nordkorea.

Seoul - Nach dem Atomtest Nordkoreas hat die südkoreanische Marine eine Militärübung vor der Küste der Koreanischen Halbinsel abgehalten. Dabei waren eine 2500 Tonnen schwere Fregatte, ein Patrouillenschiff und mehrere Schiffe mit Raketenvorrichtungen zum Einsatz gekommen, wie das südkoreanische Verteidigungsministerium am Dienstag mitteilte. Zwischen Mittwoch und Samstag seien noch mehrere Marinemanöver geplant, hieß es aus Seoul. Das Land hob zudem in Absprache mit den USA die Größenbegrenzung seiner Raketen auf. Die USA wollten außerdem nun Nordkoreas Wirtschaftspartner ins Visier nehmen, um Pjöngjang zu isolieren.

US-Präsident Donald Trump telefonierte mit seinem Seouler Amtskollegen Moon Jae In und vereinbarte, dass die Nutzlast der südkoreanischen Raketen nicht mehr begrenzt sei, wie Moons Büro am Montag mitteilte. Das Weiße Haus erklärte, Trump habe Moon gesagt, dass er den südkoreanischen Vorstoß für ein Ende der Nutzlastbegrenzung unterstützte. Trump habe „konzeptionell“ zugestimmt, dass Südkorea US-Waffen und -Militärausrüstung im Wert von Milliarden von Dollar kauft.

Trump und Moon streben härtere UN-Sanktionen an

Trump und Moon seien überein gekommen, den Druck auf Nordkorea mit allen verfügbaren Mitteln zu erhöhen. Dazu zähle die Zusage, ihre gemeinsamen militärischen Kapazitäten zu verstärken, so das Weiße Haus. Das etwa 40-minütige Telefonat war das erste Gespräch zwischen den beiden Präsidenten seit Nordkoreas jüngstem Atombombentest. Trump und Moon seien sich einig gewesen, dass der Test eine bedenkliche Provokation sei, die „beispiellos“ sei, berichtete Moons Büro.

Trump und Moon vereinbarten nach Angaben des Weißen Hauses zudem, härtere UN-Sanktionen gegen Nordkorea anzustreben. „Die Vereinigten Staaten werden jedes Land, das mit Nordkorea Geschäfte betreibt, als Land betrachten, das deren rücksichtslosen und gefährlichen nuklearen Absichten Hilfe leistet“, sagte die US-Botschafterin an die Vereinten Nationen, Nikki Haley. Es könne nicht mehr auf dem Spiel stehen. Ihr Land werde in dieser Woche eine entsprechende Resolution vorschlagen in der Hoffnung, dass diese nächste Woche verabschiedet werde.

Australiens Premierminister Malcolm Turnbull appellierte an China, die Regierung in Pjöngjang „zur Vernunft zu bringen“. Ein Krieg in der Region wäre eine Katastrophe, sagte Turnbull dem australischen Radiosender Nova 96.9 in Sydney. „Jeder, der Einfluss auf Nordkorea hat, sollte diesen nutzen, um sie zur Vernunft zu bringen“, sagte Turnbull.

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